„Wie bitte?“

„Wie bitte?“

Schwerhörigkeit muss niemand hinnehmen!

2026 8 Aufrufe Siegen-Wittgenstein
„Wie bitte?“

Einer aktuellen Studie zufolge sind in ganz Deutschland über neun Millionen Erwachsene von einer selbst wahrgenommenen Hörstörung betroffen, ältere Schätzungen nennen sogar bis zu 15 Millionen Schwerhörige, wobei leichtere Formen mit einbezogen sind. Meist verschlechtert sich das Hörvermögen ab dem 50. Lebensjahr. Je nachdem, wie sensibel man selbst ist und auch abhängig davon, was man für ein Typ ist, bemerkt man das früher oder später. Es gibt Menschen, die einfach annehmen, die anderen würden eben viel zu leise sprechen…  

Unter den 70-Jährigen sind laut Statistik bereits 30 Prozent schwerhörig. Wenn man ihnen das überhaupt nicht anmerkt, waren sie bei einem guten Hörgeräte-Aktustiker.  Sie sind so etwas wie  die unsichtbaren Helden der Hörgesundheit: Sie führen präzise Audiogramme durch, kalibrieren Geräte millimetergenau und überwachen Langzeit-Anpassungen. 

 

Vom beigefarbenen Henkel am Ohr zu versteckten Mini-Computer

Um die besonderen Herausforderungen zu verstehen, die moderne Hörgeräte-Akustiker täglich bewältigen müssen, muss man sich vor Augen halten, dass hier mitunter zwei Welten aufeinandertreffen. Da ist auf der einen Seite ein lebenserfahrener, kluger Senior, der bisher nicht die Notwendigkeit sah, sich mit dem Internet zu beschäftigen. Auf der anderen Seite erfordert das für ihn perfekte Hörgerät aber den Umgang mit moderner Technik. Hörgeräte-Akustiker müssen in Zeiten digitaler Komplexität also Begriffe wie Bluetooth-Pairing, App-Updates und KI-Funktionen verständlich erklären. Dazu kommt der medizinische Aspekt ihres Berufs. Viele Akustiker kooperieren mit HNO-Spezialisten und bieten kostenlose Checks ab 45 Jahren an. Sie erkennen Frühsymptome wie Tinnitus oder einseitigen Verlust und leiten zu Therapien weiter. Bei Senioren passen sie Geräte an altersbedingte Veränderungen an, etwa langsamere Sprechgeschwindigkeiten. Moderne Praxen nutzen 3D-Druck für maßgefertigte Ohrstücke, die perfekt sitzen. Tele-Akustik boomt: Virtuelle Feinabstimmungen per Video-Call sparen dem Betroffenen unnötige Wege. Akustiker schulen in Hörtrainings-Apps, die das Verständnis um bis zu 25 Prozent steigern können. Ihre Expertise erstreckt sich auf Prävention: Sie raten zu Ohrstöpseln bei Konzerten und warnen vor gefährlichen Kopfhörern. Für Familien haben sie kinderfreundliche Modelle, die Lernprozesse unterstützen. In Zeiten von Homeoffice-Teams werden sie zu Gesundheits-Coaches, die Hörfitness-Programme anbieten. Die Rolle wächst: Mit KI-Geräten verschiebt sich der Fokus von Technik auf persönliche Betreuung. Akustiker schaffen Vertrauen, wo Scham vorherrschte – und machen Hören wieder selbstverständlich. Regelmäßige Termine sichern die Langlebigkeit der Systeme und passen sie an Lebensphasen an.

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Innovative Systeme arbeiten fast wie das menschliche Hörzentrum im Gehirn

Die Hörgerätetechnik 2025 steht im Zeichen der Künstlichen Intelligenz und nahtloser Konnektivität. Es gibt Geräte, die KI-gestützt in Echtzeit Umgebungen analysieren. Sie filtern bis zu zwölf Sprecher in lauten Restaurants heraus, erkennen Emotionen in Stimmen und passen den Klang dynamisch an. Das bedeutet, wenn jemand schrill spricht oder kreischt, erreicht dieses Geräusch so einen Hörgeräteträger bedeutend angenehmer, als es in Wirklichkeit klingt. Biometrische Sensoren messen Herzfrequenz, Schritte und sogar Stresslevel, um den Träger optimal zu unterstützen – ein echter Gamechanger für aktive Senioren. Unsichtbare Modelle dominieren: Manche wiegen schon weniger als ein Gramm, laden kabellos und halten 30 Stunden. Auracast-Technologie verbindet Hörsysteme direkt mit Smartphones, TVs oder öffentlichen Systemen in Bahnhöfen. Dahinter verbirgt sich eine neuartige Weiterentwicklung des Bluetooth-Standards. Der Nutzer kann die gewünschte Auracast-Quelle auf seinem Gerät auswählen und hört so am Flughafen gezielt eine Durchsage statt der normalen Umgebungsgeräusche. Die EUHA-Messe 2025 präsentierte Hörbrillen, die Mikrofone und Lautsprecher ins Gestell integrieren – diskret und stylish. Nachhaltigkeit ist Trumpf: Recycelbare Gehäuse und langlebige Akkus reduzieren E-Waste. Die EuroTrak-Studie bestätigt: 72 Prozent der Nutzer dieser Produkte sind hochzufrieden, das sind gut 15 Prozent mehr als noch 2020. Hörgeräteakustiker testen diese Highlights vor Ort, passen sie individuell an und beraten zu App-Integrationen für Fernsteuerung. Für Berufstätige mit leichter Schwerhörigkeit gibt es jetzt smarte Erweiterungen, die Lärmbelastung am Büro-Arbeitsplatz kompensieren. Ein dänischer Hersteller hat ein System entwickelt, das zum Beispiel auch Windgeräusche erkennt und sich selbständig entprechend anpasst. Solche Entwicklungen machen Hörgeräte zu Lifestyle-Produkten, die Isolation verhindern und soziale Kontakte fördern. Akustiker sind die Brückenbauer, die Technik auf den Menschen zuschneiden.

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Warum Hörtests vor Demenz schützen können

Eine ganz aktuelle Studie mit 3500 Senioren hat belegt, dass frühzeitig eingesetzte Hörhilfen eine Demenz innerhalb von fünf Jahren um 20 Prozent bremst. Die Verantwortlichen des Welt-Alzheimer-Tages im September 2025 appellierten daher bundesweit an kostenlose Hörtests, viele Akustiker reagierten. Unbehandelter Hörverlust gehört zu den größten Risikofaktoren für Demenz. Wenn das gesprochene Wort nur bruchstückhaft im Gehirn ankommt, muss dieses doppelt arbeiten und erhält gleichzeitig weniger Impulse. Das kann die geistige Leistungsfähigkeit reduzieren. Insofern ist gutes Hören ein wichtiger Schritt in Richtung Prävention. Auch bei Tinnitus, diesem sehr störenden und oft durch Stress ausgelösten Dauerton, den manche Menschen hören, können Geräte sinnvoll sein. Sie maskieren oder überlagern den Pfeifton. Sogenannte Noiser, die ein leises Rauschen erzeugen, helfen auch Menschen mit Tinnitus, die ansonsten noch gut hören. Es gibt sie aber auch in Kombination mit einem Hör-Verstärker.

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Smarte Ohropax und gesunder Lebensstil können schützen

Mediziner empfehlen eine gute Versorgung mit Omega-3 und regelmäßiges Ausdauertraining. Beides unterstützt die Innenohr-Durchblutung. Schützen Sie Ihre Ohren bei Bedarf auch mit smarten Ohropax. Das sind die bekannten Ohrstöpsel, nur sozusagen innovativ gepimpt: Sie sind in der Lage, Geräusche aktiv zu unterdrücken und niederfrequenten Lärm von Maschinen, Straßenverkehr oder auch das Schnarchen des Bettgenossen zu neutralisieren. Ganz wichtig: Gehen Sie ab 45 am besten einmal im Jahr zu einem Hörtest. Oft gibt es den sogar kostenlos – zum Beispiel bei nächstgelegenen Hörgeräte-Akustiker.

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