LONGINES BALVE OPTIMUM

LONGINES BALVE OPTIMUM

Spannung bis zur letzten Sekunde.

2026 47 Aufrufe Sauerland
LONGINES BALVE OPTIMUM

Das LONGINES BALVE OPTIMUM hat geliefert – und wie. Mehr als 30.000 Zuschauer strömten an fünf Tagen zum größten Sportevent Südwestfalens. Trotz Aprilwetter mit einem Sonne-Regen-Wind-Mix waren die Zuschauer durchgehend elektrisierend, die Ränge voll, die Spannung greifbar. „Das LONGINES BALVE OPTIMUM hat eindrucksvoll bewiesen, dass echte Begeisterung wetterfest ist“, sagte Veranstalterin Rosalie von Landsberg-Velen lachend – und selten passte ein Satz besser. Denn sportlich war das Turnier ein einziges Hochspannungsdrama mit allem, was ein sportlicher Krimi benötigt. Acht deutsche Meister wurden gekürt, und die Entscheidungen waren denkbar eng, emotional und hochklassig. Mal fiel die Medaille im Stechen, mal mit hauchdünnem Vorsprung, mal souverän, mal an Newbies. Und eines war immer zu spüren: Die gelebte Inklusion, die am Turnier-Freitag gar mit einem eigenen Tag bedacht wurde.
Wenn es im Reitsport eine Konstante gibt, dann heißt sie Isabell Werth. Schon im Grand Prix setzte die Rekordreiterin mit Wendy de Fontaine ein Ausrufezeichen, gewann mit satten fünf Prozent Vorsprung. Im Grand Prix Special dann gab es 81,510 Prozent, Titelverteidigung, 19. DM-Goldmedaille. Oder, wie Chefrichterin Katrina Wüst es tags darauf formulierte: „Isabell hat in einer eigenen Liga gespielt.“ Und dann kam der Sonntag. Statt auf Wendy de Fontaine setzte Werth in der Grand Prix Kür auf das erst zehnjährige Nachwuchspferd Viva Gold OLD – und ritt auch mit dem Hengst souverän zu Gold. 83,650 Prozent, fast drei Prozentpunkte Vorsprung, 20. DM-Goldmedaille: Zwei Meistertitel an einem Wochenende, zwei verschiedene Pferde, das gab es noch nie bei den Deutschen Meisterschaften. 
Hinter der Ausnahmereiterin wurde ebenfalls Geschichte geschrieben. 
Semmieke Rothenberger gewann mit Farrington erstmals eine Medaille im Seniorenlager und sicherte sich Silber, Raphael Netz holte mit Great Escape Camelot Bronze, zwei Personal Bests und ebenfalls seine erste DM-Medaille in der höchsten Klasse. Im Grand Prix Special ritt Frederic Wandres mit Bluetooth OLD zu Silber und verteidigte damit seine letztjährige Medaille. Knapp dahinter rangierte Charlott-Maria Schürmann mit Dante’s Pearl OLD – und sicherte sich mit der Bronze-Medaille ihr erstes Edelmetall bei den Senioren.

 

Kopf-an-Kopf-Rennen

Die Deutschen Meisterschaften im U25-Dressur-Lager zeigten ebenfalls Sport vom Feinsten – und die jungen Talente lieferten eine Spannung, die dem Seniorenlager in nichts nachstand. Zwei Reiterinnen prägten dabei die Entscheidung ganz besonders und sorgten für ein reizvolles Wechselspiel an der Spitze: Lucie-Anouk Baumgürtel und Rose Oatley.
Im U25-Grand Prix hatte zunächst Lucie-Anouk Baumgürtel mit ZINQ First Vienna FH FRH die Nase vorn und sicherte sich die Goldmedaille. Rose Oatley musste sich mit Alive and Kicking hier noch mit Silber begnügen – allerdings bereits auf Augenhöhe und mit dem klaren Gefühl, dass diese Entscheidung noch nicht endgültig erzählt war.
In der U25-Grand Prix Kür drehte sich das Bild. Die erst 19-jährige Rose Oatley tanzte mit Alive and Kicking zu ihrer ersten Goldmedaille bei einer U25-Deutschen Meisterschaft und setzte damit einen besonderen Glanzpunkt unter ihre Balver Woche. Lucie-Anouk Baumgürtel, die seit Jahren zu den prägendsten Nachwuchsreiterinnen Deutschlands gehört, gewann diesmal Silber. So bekam das U25-Championat genau den Verlauf, den man sich für eine Meisterschaft wünscht: zwei herausragende junge Reiterinnen, zwei verschiedene Siegerinnen und ein Finale, das Lust auf die Zukunft des deutschen Dressursports macht.

 

Springen mit Gänsehautgarantie

Auch im Parcours ging es nicht um bloße Siege, sondern um Nerven, Mut und Timing. Bei den Springreiterinnen holte sich Laura Klaphake zum zweiten Mal nach 2017 den deutschen Meistertitel –nur vier Reiterinnen blieben über alle drei Umläufe fehlerfrei. Mit dem zehnjährigen Quizano vant Merelsnest bewahrte Klaphake im Stechen die Ruhe und setzte sich gegen Britt Roth mit Jeffrey und Justine Tebbel mit Cote de Pablo durch. „Es war spannend bis zum Schluss, die Runden waren anspruchsvoll, die Parcours sehr technisch. Das war schon ordentlich schwer“, sagte die Amazone treffend.
Das ganz große Finale lieferte dann die Deutsche Meisterschaft der Springreiter am Sonntagabend. Nach vier schweren Umläufen über zwei Tage blieben nur Christian Kukuk, Marco Kutscher und Maximilian Lill noch ohne Fehler – das Stechen musste also die Goldmedaille klären. Olympiasieger Kukuk blieb mit Akarad Tivoli Z auch in Runde fünf eiskalt, sprang fehlerfrei und gewann erstmals den Titel des Deutschen Meisters. „Als kleiner Junge habe ich schon davon geträumt, Deutscher Meister zu werden“, sagte Kukuk, der seinen Sieg seiner verstorbenen Mutter widmete. Silber fiel an Marco Kutscher – Deutscher Meister des Jahres 2003 - mit Cool Fox, Bronze an Maximilian Lill mit Casallco’s George PS.

 

Para-Dressur und der Freitag mit Haltung

Eine der wichtigsten Premieren und Botschaften dieses LONGINES BALVE OPTIMUM war der erstmalige Tag der Inklusion am Freitag. Gemeinsam mit dem Erzbistum Paderborn wurde ein Begegnungstag für junge Menschen mit Beeinträchtigung gestaltet – mit Blicken hinter die Kulissen, dem „Erlebnis Pferd“ zum Anfassen und Gesprächen mit Para-Reiterinnen und -Reitern. So wurde Balve nicht nur zur Bühne für Spitzensport, sondern auch für gelebte Teilhabe – sichtbar, nahbar und selbstverständlich.
Inklusion im Viereck wird in Balve schon im dritten Jahr gelebt: Die Deutsche Meisterschaft der Para-Dressurreiter ist fester Bestandteil des Turniers und findet eingebettet in die Wettbewerbe der Regelsportler statt. In der Para-Dressur Grade I–III führte an Heidemarie Dresing kein Weg vorbei. Mit Poesie gewann sie alle drei Wertungsprüfungen haushoch und verteidigte ihren Titel mit bemerkenswerter Souveränität. „Ich hatte mir zuvor einen Plan für meine Prüfungen gemacht – und es ist alles aufgegangen“, sagte Dresing nach ihrem Goldritt. Hinter ihr wurde es deutlich enger: Gianna Regenbrecht gewann Silber, Melanie Wienand Bronze.
In den Grades IV–V entwickelte sich dagegen genau das Kopf-an-Kopf-Rennen, das Balve 2026 so oft auszeichnete. Regine Mispelkamp setzte sich mit Highlander Delight’s erst in der abschließenden Kür entscheidend ab und gewann Gold vor Helen Schildhauer und Anna-Lena Niehues. 

 

Weltstar Lorenzo rockt Balve

Nach dem Sport ist immer vor der Show. Wenn Balve samstagsabends die Krawatte lockert und das Stadion zur Showbühne wird, schlägt die Stunde der OPTIMUM Nacht der Show. 2026 stand dabei vor allem einer im Rampenlicht: Weltstar Lorenzo. Der Franzose brachte mit „Lorenzo Action“ genau das in die Arena, was seinen Ruf seit Jahren trägt – Tempo, Präzision, Adrenalin, vor allem aber diese fast magische Verbindung zwischen Mensch und Pferd. Lorenzo arbeitet überwiegend frei, ohne Sattel, allein über Vertrauen, feinste Signale und ein über Jahre entwickeltes Zusammenspiel mit seinen Pferden. Zu den weiteren Highlights zählten die Brüsewitz-Brüder mit den inklusiven Voltiflöhen Vosswinkel, das Kaltblut-Sextett des Landgestüts Warendorf, Anne Krüger-Degener alias „Die Schäferin“ und die erstmals ausgetragene Show-Springprüfung mit Geländehindernissen.
Das LONGINES BALVE OPTIMUM 2026 war ein Wochenende voller Goldmomente, großer Namen, neuer Impulse und echter Haltung – mit Rekordkulisse, Rekordspannung und einer Isabell Werth, die einmal mehr gezeigt hat, dass sie in ihrer eigenen Liga reitet.

 

Freitag in Schlosskulisse

Nicht nur sportlich setzt das LONGINES BALVE OPTIMUM Maßstäbe, sondern parallel auch gesellschaftlich und politisch. Der Freitag auf Schloss Wocklum begann traditionsgemäß mit dem Wirtschaftsgespräch. Zu Gast war Wolfgang Ischinger, einer der profiliertesten deutschen Diplomaten, langjähriger Vorsitzender der Münchner Sicherheitskonferenz sowie ehemaliger deutscher Botschafter in Washington und London. Damit bekam der Freitagvormittag auf dem Schloss nicht nur politische und wirtschaftliche Relevanz, sondern auch jene internationale Perspektive, die dem Format seit Jahren besondere Strahlkraft verleiht.
Später am Abend wurde Schloss Wocklum dann wieder zur Bühne für den traditionellen Schlossempfang. Wie immer war er der elegante Freitagabend des Turniers: Zwischen Sport, Wirtschaft, Politik, Adel und Showbiz traf sich genau jene Mischung, die Balve seit Jahren besonders macht – bodenständig und prominent zugleich.

 

Green Circle und neue Perspektiven

Rund um die sportlichen Entscheidungen setzte Balve auch inhaltliche Akzente. Der Green Circle bot wie gewohnt eine bunte Mischung aus Talks rund um Sport, Nachhaltigkeit und Innovation – und passte damit perfekt zu einem Turnier, das Tradition und Zukunft sichtbar zusammendenkt. Schon der Mittwoch hatte mit dem erstmals ausgetragenen Creator Event, Trainingseinheiten mit Monica Theodorescu und Harm Lahde sowie der Präsentation sensorbasierter „Smart Horse Sneaker“ gezeigt, wie offen Balve für neue Formate, neue Zielgruppen und neue Ideen ist.

Bildergalerie

LONGINES BALVE OPTIMUM

Foto: Stefan Lafrentz

Rosalie von Landsberg-Velen und Jörg Anrecht (Anrecht Investment)

Rosalie von Landsberg-Velen und Jörg Anrecht (Anrecht Investment)

Foto: Thomas Hellmann

Leonie Gräfin von Brühl und die internationale Dressurrichterin Katrina Wüst

Leonie Gräfin von Brühl und die internationale Dressurrichterin Katrina Wüst

Foto: Thomas Hellmann

Siggi Spiegelburg und Wolfgang Hölker

Siggi Spiegelburg und Wolfgang Hölker

Foto: Thomas Hellmann

v.l. Leonie von Brühl, Marie-Valerie von Landsberg-Velen, Madeleine von Landsberg-Velen, Veronika Böckenförde, Ferdinand Böckenförde, Rosalie von Landsberg-Velen, Louisanne von Landsberg-Velen und Tatjana Böckenförde

v.l. Leonie von Brühl, Marie-Valerie von Landsberg-Velen, Madeleine von Landsberg-Velen, Veronika Böckenförde, Ferdinand Böckenförde, Rosalie von Landsberg-Velen, Louisanne von Landsberg-Velen und Tatjana Böckenförde

Foto: Thomas Hellmann

Jakob Graf von Landsberg-Velen und Rudolf Herzog von Croÿ

Jakob Graf von Landsberg-Velen und Rudolf Herzog von Croÿ

Foto: Thomas Hellmann

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Foto: Thomas Hellmann

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Foto: Thomas Hellmann

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Foto: Thomas Hellmann

Para-Botschafterin Kerstin von der Linden

Para-Botschafterin Kerstin von der Linden

Foto: Thomas Hellmann

Rekord-Reiterin Isabell Werth stellte mal wieder ihre Klasse unter Beweis: zwei Goldmedaillen mit zwei verschiedenen Pferden.

Rekord-Reiterin Isabell Werth stellte mal wieder ihre Klasse unter Beweis: zwei Goldmedaillen mit zwei verschiedenen Pferden.

Foto: Thomas Hellmann

Christian Kukuk (mitte) wurde erstmals Deutscher Meister der Springreiter.  Silber sicherte sich Marco Kutscher (links) vor Maximilian Lill.

Christian Kukuk (mitte) wurde erstmals Deutscher Meister der Springreiter. Silber sicherte sich Marco Kutscher (links) vor Maximilian Lill.

Foto: Stefan Lafrentz

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Foto: Stefan Lafrentz

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Foto: Stefan Lafrentz

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Foto: Thomas Hellmann

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Foto: Stefan Lafrentz

CDU-Politiker Paul Ziemiak, Diplomat Wolfgang Friedrich Ischinger und Rosalie von Landsberg-Velen

CDU-Politiker Paul Ziemiak, Diplomat Wolfgang Friedrich Ischinger und Rosalie von Landsberg-Velen

Foto: Thomas Hellmann

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Foto: Thomas Hellmann

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