Politik bedeutet Zuhören, Abwägen und langfristig denken

Politik bedeutet Zuhören, Abwägen und langfristig denken

Interview mit Christoph Weber – seit 2015 Bürgermeister der Kreis- und Hochschulstadt Meschede.

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Politik bedeutet Zuhören, Abwägen und langfristig denken

Seit mehr als einem Jahrzehnt gestaltet Christoph Weber die Entwicklung Meschedes mit klarer Haltung, Heimatverbundenheit und großem persönlichem Engagement. Im Gespräch mit dem TOP Magazin Sauerland spricht er über prägende Entscheidungen, den Wert einer starken Gemeinschaft und die Zukunft seiner Heimatstadt.

 

TOP SAUERLAND: Was hat Sie dazu bewogen, Bürgermeister Ihrer Heimatstadt zu werden?

 

Christoph Weber: Ich war über 25 Jahre in der IT und im Projektmanagement tätig und beruflich viel unterwegs. Gleichzeitig war ich immer auch kommunalpolitisch aktiv und seit 1996 Mitglied des Rates. In meiner Zeit als Ratsmitglied habe ich erlebt, dass man sich in einer Stadt mit verschiedenen Ortsteilen manchmal auch ein bisschen „bekäbelt“. Mein Fokus war und ist dabei stets, Interessen zusammenzubringen und Brücken zu bauen. Als die Frage aufkam, Bürgermeister zu werden, habe ich lange mit meiner Familie gesprochen. Am Ende habe ich mich bewusst für diesen Schritt entschieden – weil ich überzeugt war, mit meinen Erfahrungen etwas für meine Heimatstadt bewegen zu können.

 

TOP SAUERLAND: Was macht aus Ihrer Sicht die Stadt Meschede und Ihren Standort im Sauerland interessant?

 

Christoph Weber: Wir haben eine herausragende Verkehrsanbindung durch Autobahn und Bundesstraßen. Verkehrstechnisch liegt das traumhaft, sowohl mit dem Auto wie mit dem Zug. Gleichzeitig liegt Meschede zwischen zwei sehr unterschiedlichen Naturparks – Arnsberger Wald und Sauerland-Rothaargebirge – und bietet damit einen hohen Freizeit- und Erholungswert. Besonders macht Meschede aus meiner Sicht aber auch seine Struktur. Die heutige Stadt ist aus sechs historischen Kulturbereichen entstanden, die bis heute ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Erscheinungsbild und teilweise auch ihre eigenen Traditionen bewahrt haben.

 

TOP SAUERLAND: Was sollten Menschen über Meschede wissen, die die Stadt noch nicht kennen?

 

Christoph Weber: Die Frage habe ich mir tatsächlich vor über zehn Jahren auch gestellt und die möchte ich mit drei Wörtern beschreiben: Abteistift, Himmelstreppe und Hennesee. Das sind 3 herausragende Punkte, die unstrittig für die gesamte Kreis- und Hochschulstadt Meschede gelten. Das Abteistift steht für die historischen Wurzeln Meschedes und prägt die Entwicklung der Stadt bis heute. Mit der Abtei Königsmünster besitzt Meschede zudem einen Ort mit großer Ausstrahlung weit über die Stadtgrenzen hinaus. Die Himmelstreppe ist zu einem modernen Wahrzeichen geworden und verbindet auf besondere Weise Natur, Bewegung und beeindruckende Ausblicke über die Region. Der Hennesee wiederum ist das bekannteste Aushängeschild Meschedes. Viele Menschen kennen die Stadt zunächst über den See, der für Erholung, Freizeit und Lebensqualität steht. Diese drei Orte vereinen Geschichte, Identität und Natur und machen Meschede zu einer besonderen Stadt im Sauerland.
Meschede ist keine Stadt, in der man einfach anonym hinter irgendeiner Wohnungstür verschwindet. Wer hier lebt, gestaltet mit – im Verein, im Dorf, in der Nachbarschaft oder im Ehrenamt. Gerade diese Verbundenheit macht für viele den Unterschied. Gleichzeitig bietet die Region den Freiraum, das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen und etwas aufzubauen – beruflich, familiär und gesellschaftlich.

 

TOP SAUERLAND: Welche zentralen Ziele und Projekte liegen Ihnen in Ihrer dritten Amtszeit besonders am Herzen?

 

Christoph Weber: Aktuell beschäftigen uns vor allem wichtige Projekte in den Bereichen Schule, Sport und Freizeit. Hier wollen wir noch einige Vorhaben abschließen, wie z. B. die Kernsanierung des Freibades. Wichtig ist uns der Erhalt der 50-Meter-Wettkampfbahn – ich halte es für richtig, hier gezielt in den Sport zu investieren. Parallel dazu stehen am Schulzentrum und an der St.-Walburga-Hauptschule weitere Sanierungsmaßnahmen an.
Ein wichtiger Bestandteil für unsere Zukunft ist es, junge Menschen nach Ausbildung oder Studium wieder zurückzugewinnen. Deshalb sage ich bei Schulabschlüssen oft: „Vergesst das Zurückkommen nicht.“ 

 

TOP SAUERLAND: Auf welchen Wegen können Bürgerinnen und Bürger am besten mit Ihnen in Kontakt treten?

 

Christoph Weber: Mir ist wichtig, dass Bürgerinnen und Bürger unkompliziert mit mir und der Stadtverwaltung ins Gespräch kommen können – telefonisch, per E-Mail, bei Veranstaltungen oder auch ganz persönlich – zum vereinbarten Termin – im Rathaus. Darüber hinaus versuche ich jeden Mittag einen Kaffee in der Innenstadt zu trinken. Der ein oder andere weiß das und kann mich dann auch da abfangen. Dabei gilt für mich ein Grundsatz: Es geht nicht darum, jedem zu gefallen, sondern den Menschen zunächst einmal zuzuhören. 

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