TOP SAUERLAND: Moritz, viele kennen dich als „Carpoolboy“. Wie würdest du dich selbst beschreiben?
Moritz Nüschen: Ich würde sagen, ich bin Entertainer und DJ. Mein Ziel ist es, Menschen zu unterhalten und ihnen eine gute Zeit zu geben. Als DJ möchte ich Emotionen transportieren und die Leute mit meiner Energie mitreißen. Und auch auf Social Media geht es für mich am Ende genau darum: Unterhaltung.
TOP SAUERLAND: Vor einigen Jahren bist du gemeinsam mit deinem damaligen Carpoolboys-Partner Christopher Kattenborn mit Videos im Auto viral gegangen. Warum hat dieses Format so gut funktioniert?
Moritz Nüschen: Ich glaube, weil es sehr authentisch war. Fast jeder singt im Auto, das ist etwas, womit sich viele identifizieren konnten. Gleichzeitig war es genau die Zeit, in der Techno-Remixes extrem populär wurden. Und wir waren sehr konsequent – wir haben jeden Tag Content veröffentlicht. Dadurch ist das Ganze Schritt für Schritt gewachsen.
TOP SAUERLAND: Wenn du heute auf diese Anfangszeit zurückblickst – was geht dir dabei durch den Kopf?
Moritz Nüschen: Ich verbinde damit vor allem schöne Erinnerungen. Wir haben uns damals über jeden einzelnen Meilenstein riesig gefreut – über die ersten 10.000 oder 100.000 Aufrufe. Am Anfang wurde auch viel gelacht und manche fanden es komisch. Aber mit der Zeit hat sich das verändert. Heute schaue ich gerne darauf zurück.
TOP SAUERLAND: Die Carpoolboys gibt es inzwischen nicht mehr als Duo. Warum habt ihr euch getrennt?
Moritz Nüschen: Wir hatten einfach unterschiedliche Ziele. Für ihn war es eher ein Hobby neben dem Studium, für mich wurde es irgendwann mein Lebensweg. Ich wollte mich voll auf Social Media und die Musik konzentrieren. Deshalb haben wir entschieden, die Accounts aufzuteilen, damit jeder seinen eigenen Weg gehen kann. Das war für uns beide die beste Lösung.
TOP SAUERLAND: Heute stehst du als DJ auf großen Bühnen. Wie hat diese Entwicklung begonnen?
Moritz Nüschen: Durch die Videos haben wir früh Kontakte zu DJs geknüpft und standen irgendwann selbst mit auf der Bühne. Diese Erfahrung hat mich unglaublich fasziniert. In diesem Moment wusste ich, dass ich selbst auf der Bühne stehen und Menschen mit meiner Musik erreichen möchte. Ich habe mir Equipment gekauft und mir alles autodidaktisch beigebracht. Mein erster Auftritt war auf einem kleinen Festival in der Region. Von dort aus ging es Schritt für Schritt weiter – bis hin zu großen Clubs und Festivals. Mir ist dabei aber auch bewusst, dass ich durch meine Reichweite Chancen bekomme, die viele andere DJs sich über Jahre erarbeiten müssen. Dafür bin ich sehr dankbar.
TOP SAUERLAND: Trotz deiner DJ-Karriere arbeitest du weiterhin im Pflegeheim. Was bedeutet dir dieser Teil deines Lebens?
Moritz Nüschen: Sehr viel. Das ist ein wichtiger Ausgleich für mich. Am Wochenende stehe ich auf Bühnen und erlebe große Events, und unter der Woche bin ich im Pflegeheim und einfach nur Moritz. Die Senioren sehen mich nicht als DJ oder Influencer, sondern als Mensch. Dieser Kontrast ist sehr besonders und erdet mich.
TOP SAUERLAND: Welche Ziele hast du für die Zukunft?
Moritz Nüschen: Ich möchte mich als DJ weiterentwickeln und noch mehr Menschen mit meiner Musik erreichen. Es ist ein Privileg, diese Möglichkeiten zu haben, und ich bin sehr dankbar dafür. Mein Ziel ist es, weiterhin auf großen Bühnen zu spielen und meine Community auf diesem Weg mitzunehmen – und dabei immer ich selbst zu bleiben.