Über 140.000 Menschen folgen ihrer Arbeit auf Instagram, wo sie ihre Community mitnimmt – auf Reisen, in Wälder, zu Wanderwegen und in Momente voller Ruhe und Atmosphäre. Die Siegenerin hat bereits Persönlichkeiten wie Rebecca Mir, Reinhold Messner und Pamela Reif fotografiert, ein SPIEGEL-Bestseller-Buch veröffentlicht und pendelt heute zwischen ihrem Zuhause im Siegerland und einem kleinen Haus in Schweden.
TOP MAGAZIN: Anna, wie hat dein Weg in die Fotografie damals begonnen – gab es einen Moment, an dem alles ins Rollen kam?
Anna Heupel: Ich habe mich schon immer für Licht begeistert. Als Kind fand ich besonders Sommerabende magisch, und irgendwann wurde die Kamera zu meinem Werkzeug, dieses Licht einzufangen. Ein Wendepunkt war, als ich meine ersten Bilder bei Facebook veröffentlichte. Damals waren Studiofotos Standard, und meine natürliche Bildsprache – Menschen im echten Licht und in der Natur – war wie ein frischer Wind für Siegen.
Ein Moment ist mir besonders in Erinnerung geblieben: eine Fotoreise nach Frankreich. Dort wurde ein Bild von mir, eine Frau im Mohnfeld, in einem Magazin veröffentlicht. Ab da kam immer mehr ins Rollen.
TOP MAGAZIN: Du hast ursprünglich eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht. Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, dich als Fotografin selbstständig zu machen?
Anna Heupel: Die Ausbildung zur Industriekauffrau habe ich damals eher aus der Not heraus gemacht, denn eigentlich wollte ich schon immer Fotografin werden. Ich habe mich in Siegen um Ausbildungsplätze beworben, aber keinen bekommen – bei einer Firma hätte ich sogar eine Zusage gehabt, aber das Umfeld passte für mich nicht.
Fotografie war immer mein Traum. Schon in Freundebücher habe ich „Fotografin oder Reitlehrerin“ geschrieben. Deshalb bin ich nach der Ausbildung direkt durchgestartet und habe mich selbstständig gemacht.
TOP MAGAZIN: Du zeigst deinen Followern oft Wanderwege und Naturorte aus dem Siegerland. Was motiviert dich, die Region auf diese Weise nach außen sichtbar zu machen?
Anna Heupel: Mir war es irgendwann wichtig, nicht nur meine Arbeit zu zeigen, sondern auch mich als Mensch dahinter. Deshalb habe ich mein persönliches Profil „annaheupel“ gestartet, während „annanassaft“ mein Fotografie-Account ist. Auf dem privaten Profil teile ich Dinge, die mich persönlich begeistern – dazu gehören Sport, Natur und vor allem das Siegerland.
Ich finde, die Region ist immer noch unterschätzt. Viele verbinden sie nur mit Industrie, dabei haben wir hier wunderschöne Mittelgebirgslandschaften: mystische Wälder, Höhen mit Weitblick, romantische Bachtäler. Diese Natur hat mich geprägt und inspiriert meine Fotografie bis heute. Es ist mir eine echte Herzensangelegenheit, das Siegerland authentisch sichtbar zu machen.
TOP MAGAZIN: Du pendelst seit einigen Jahren zwischen Siegen und deinem Haus in Schweden. Was fasziniert dich an diesem Land besonders – und kannst du dir vorstellen, irgendwann ganz dorthin auszuwandern?
Anna Heupel: Die Landschaft dort erinnert mich ein wenig ans Siegerland – nur mit mehr Hügeln und Nähe zum Meer. Es ist naturverbunden, ursprünglich und ruhig. Genau das hat mich damals angezogen, und genau das fasziniert mich bis heute.
Grundsätzlich könnte ich mir vorstellen, irgendwann komplett in der Natur zu leben, vielleicht auch in Schweden. Aber nicht jetzt. Im Moment genieße ich ein aktives, soziales Leben: Kletter-Communitys, Wandern, Menschen treffen, eine gute Infrastruktur. Wenn ich älter bin und mehr Ruhe möchte, kann ich mir einen dauerhaften Aufenthalt dort gut vorstellen.
TOP MAGAZIN: Auf welche Projekte oder Themen freust du dich in nächster Zeit besonders?
Anna Heupel: Ich arbeite derzeit an mehreren Projekten, über die ich noch nicht viel verraten kann. Was ich aber schon sagen kann: Das Thema Wandern im Siegerland wird definitiv weiterhin eine Rolle spielen.
Ab 2026 werde ich Community-Hikes anbieten. Die Idee: Es gibt Clubs fürs Laufen, fürs Radfahren – aber fürs Wandern irgendwie nicht. Ich möchte meine Community zu gemeinsamen Wanderungen einladen, geführt von einem Wanderführer des Deutschen Alpenvereins, mit anschließender Einkehr und regionalem Essen. Darauf freue ich mich sehr.
