Aus dem mittelniederdeutschen Wort „sunder“ – oder wahlweise dem germanischen „sundra“ – ist der Name der Mittelstadt Sundern abgeleitet. Damit wurden früher abgesonderte, abseitige oder abgetrennte Gebiete bezeichnet, oft landwirtschaftliche genutzte Flächen, die weiter weg vom dazugehörigen Hof lagen. Doch so verstreut die Gemeinden auf der Landkarte wirken mögen, so groß ist inzwischen der Zusammenhalt. Sundern konnte im vergangenen Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiern. Von außen betrachtet mag es schwierig sein, einfach 16 Dörfer zu einem Ganzen zusammenzuführen. Julia Heer, die bei der Wi.Sta Sundern-Sorpesee GmbH für die Wirtschaftsförderung verantwortlich ist, berichtet von einer kürzlich durchgeführten Befragung unter den Einwohnern. „Wir waren gespannt, was Sundern in den Augen der Einheimischen so lebenswert macht. Dabei konnten wir drei Markenkerne identifizieren: Das Naturerlebnis wurde immer wieder genannt, dann die Wirtschaftskraft und schließlich das ehrenamtliche Engagement“, erläutert Julia Heer. „Insbesondere der letzte Punkt steht für den großen Zusammenhalt der Sunderner.“ Die Liste der ehemals eigenständigen und heute die Stadt bildenden Gemeinden ist lang: Allendorf, Altenhellefeld, Amecke, Endorf, Enkhausen, Hachen, Hagen/Wildewiese, Hellefeld, Hövel, Langscheid, Linnepe, Meinkenbracht, Stemel, Stockum, Sundern und Westenfeld. Alle finden sich mit einzelnen Videos in einer digitalen Stadtführung wieder, an der man hier gewissermaßen online teilnehmen kann:
Ist hier alles möglich?
Wirtschaftsförderer sind schon von ihrem Wortsinn her Menschen, die etwas „fördern“, also etwas Gutes betonen und es noch besser machen wollen. Psychologisch betrachtet kann man das noch mit einem Beispiel verdeutlichen: Wenn ein Team vom Lokalfernsehen durch die Sunderner Einkaufsstraßen ziehen und die Menschen fragen würde „Was stört Sie denn hier?“, würden die Journalisten bestimmt einige Kritikpunkte zu hören bekommen. Irgendwas ist ja immer… so sind die Leute. Die Befragten würden danach weitergehen und hätten bestimmt keine gute Laune… Umgekehrt aber, und genau das hat die WiSta mit ihrem Imagefilm getan, der im Jubiläumsjahr der Stadt feierlich beim Neujahrsempfang präsentiert wurde, kommt etwas Positives heraus. Die Sunderner Band ‘Westphalia’ hat die Musik zu dem Film geschrieben, im Refrain heißt es: “Ein Ort, wo alles möglich scheint. Ein Ort, wo sich Natur und Industrie vereint. Wo die Geschichte liegt, die sich weiterschreibt. Und jeder Gegensatz führt zur Einigkeit.” Das macht den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt ganz sicher richtig gute Laune. Und Julia Heer von den Wirtschaftsförderern hat schon das nächste Projekt im Blick: „Wir wollen eine Kampagne starten, die wir ‚Made in Sundern‘ nennen“, berichtet sie uns. „Dabei möchten wir Firmen filmen, die hier bei uns Produkte herstellen, mit denen man täglich in Berührung kommt, obwohl einem gar nicht bewusst ist, dass das ein ganz regionales Erzeugnis ist. Da gibt es zum Beispiel einen Hersteller von Gummiformen, die sind in ganz vielen Haushaltsprodukten oder auch als Dichtungsring in unserem Wasserhahn wiederzufinden. Wir haben auch eine Firma, die Kopfbügel für die Kopfstützen von Autos herstellt. Sehr lokal aufgestellt ist unser Bäckerhandwerk. Es gibt eine eigene Mühle in der Stadt. Und das waren nur ein paar Beispiele.“
Wirtschaftlich und strukturell gut aufgestellt
Man kann Sundern durchaus als wirtschaftlich stabile Kleinstadt mit Fokus auf den produzierenden Mittelstand und Tourismus bezeichnen. Hier gibt es einen Weltmarktführer, 16 Top-Unternehmen und vier Hidden Champions. Im Hochsauerlandkreis hat die Sundern, verglichen mit den umliegenden Städten, die meisten Einkommensmillionäre. Genauer gesagt sind es 10,2 pro 10.000 Einwohner. Damit nimmt es, was die Millionärsdichte angeht, NRW-weit den vierten Platz ein. Ein- und Zweifamilienhäuser kosten durchschnittlich 337.000 Euro, das ist eine Steigerung um 15 Prozent allein im Jahr 2025. Die industriellen Ansiedlungen konzentrieren sich entlang der Röhr (Sundern-Stemel-Hachen) und beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit Metall und Maschinenbau. Daneben spielt natürlich der Tourismus eine große Rolle (siehe dazu auch die im Anschluss vorgestellten Highlights).
Von der Talsperre zum Naherholungsgebiet
Im Norden des Naturparks Sauerland-Rothaargebirge gelegen gehört der Sorpesee zur Stadt Sundern, genauer gesagt liegt er zwischen den Ortsteilen Langscheid und Amecke. Mit rund 70 Metern ist er der tiefste Stausee im Ruhrverband. Ende der 1920er Jahre war hier die größte Baustelle Europas. Der damalige Ruhrtalsperrenverein wollte den steigenden Wasserbedarf nach dem Ende des ersten Weltkriegs und nach der Trockenperiode 1920/21 decken. Weil es die Röhrtalbahn schon gab, die Sundern durch die Obere Ruhrtalbahn mit Neheim-Hüsten verbindet, konnte man die schweren Bauzüge von den Dampflokomotiven bewegen lassen. Über ein extra dafür gelegtes Baugleis und ein neu gebautes Viadukt ging es zur Baustelle am Sorpedamm. Von 1926 bis 1935 wurde hier gebaut. Über 300.000 Tonnen Baumaterial waren nötig. Im Zweiten Weltkrieg versuchten dann die Alliierten, den Staudamm mit Rollbomben zu zerstören, doch er hielt stand und wurde nur wenig beschädigt. Anders als die gemauerten Dämme aus der Kaiserzeit an Möhne und Eder war er aus Beton mit Erdüberschüttung errichtet worden und daher stabiler. Nach dem Krieg kamen hier noch einige Blindgänger zutage. Das Wasser wurde abgelassen und anschließend über einen Zeitraum von drei Jahren wieder aufgefüllt. Schon beim Bau war ein Kraftwerk integriert worden. Somit trägt die Talsperre mit ihrem Pumpspeicherkraftwerk mit zwei Francis-Turbinen zur Stromversorgung in der Region bei. Heute dient der See außerdem zur Wasserregulierung und -Versorgung und ist Freizeit- und Erholungsgebiet für die ganze Region.
Ärzte, Schulen und Vergnügen in Sundern
Aktuell ist die medizinische Versorgung noch gut aufgestellt, allerdings wird voraussichtlich in den nächsten zehn bis 15 Jahren rund die Hälfte aller ortsansässigen Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen, wie die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe prognostiziert. Eine eigene Projektgruppe erarbeitete deswegen Maßnahmen, die die medizinische und pflegerische Versorgung auch weiterhin gewährleisten sollen. Das Bildungsangebot ist breit gefächert, neben allen möglichen Schulformen gibt es auch das Projekt „Bus Guide“, im Rahmen dessen ältere Schülerinnen und Schüler die Jüngeren als Lotsen sicher in und aus den Bussen geleiten. Nach Schule und Arbeit geht es zu den Lieblingsplätzen in der Stadt. Tipps von Julia Heer sind: „Zum einen haben natürlich unsere Stadtfeste große Anziehungskraft – angefangen mit dem Frühlingsfest am 19. April mit vielen floralen Angeboten. Außerdem haben wir einen Hollandmarkt Ende Juni und natürlich unser großes Stadtfest im September. Die tollsten Orte an normalen Tagen sind zum Beispiel das Dorf Wildewiese mit dem Schombergturm. Hier haben wir im Winter unser eigenes Skigebiet und im Sommer eine tolle Sicht vom höchsten Punkt aus über die Stadt. Dann gibt es die Promenade in Langscheid mit der Seebühne, wo wir im Sommer mittwochs oft Live-Musik haben sowie das Vorbecken und das Strandbad. Aber auch die Stoppelfeldfete in Altenhellefeld oder das Mofarennen in Enkhausen ist legendär. Nach intensiver Beschäftigung mit dieser bemerkenswerten Stadt wird vor allem eines deutlich: Hier ist es nicht etwa „sunderbar“, sondern das ganze Jahr über wunderschön.

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Der Sorpesee
Familien, Sportler und Naturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Je nach Jahreszeit und aktueller Temperatur bieten sich eine ganze Reihe von Freizeit-Aktivitäten an. Schwimmen, segeln, surfen, Kanu fahren, Stand-up-Paddling oder ganz gelassen mit dem Tretboot über den See cruisen. Gerne trifft man sich auch zum kleinen Spaziergang, eine Wanderung, zum Inlinern und Radfahren rund um den Sorpesee. Angler freuen sich über ein reichhaltiges Fischangebot und in der Taucherbucht erkunden passionierte Taucher die spannende Unterwasserwelt. Sehr beliebt ist der 3,4 km lange und barrierefreie Airlebnisweg am Vorbecken in Amecke mit seinen 20 Mitmach-Stationen. Minigolf ist ideal für Familien, junge Leute freuen sich über die verschiedenen Veranstaltungen und Konzerte wie die seit Jahren beliebte Veranstaltungsreihe „Mittwochs am Sorpesee“ mit Street Food Festival. Unter www.sorpesee.com stehen alle Termine und Aktivitäten. Touristen finden zudem außergewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten rund um den See. Es gibt Tipis, Baumhäuser und fröhliche Schwedenhäuser. Im Woohoo Outdoorzentrum finden Klettern im Hochseilgarten, Bogenschießen und Beachvolleyball statt. Außerdem können hier wassertüchtige Flöße gebaut werden. Der parKur im Kurpark in Langscheid hält 44 Fitnessstationen für alle Generationen bereit. Ein Ausflug mit den Großeltern dagegen unternimmt man am besten entspannt und ruhig mit der MS Sorpesee.

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Der Airlebnisweg in Amecke
Für alle, die Lust haben, sich spielerisch mit Themen wie Wasser, Luft und Atmung zu beschäftigen, warten hier am Vorbecken 20 interaktive Mitmach-Stationen. Insbesondere für Familien ist dieser 3,4 Kilometer lange Weg ein tolles Ausflugsziel. Aber auch für Menschen, die eine Auszeit vom alltäglichen Struggle suchen. Im normalen Berufsleben vergessen wir manchmal, uns um uns selbst zu kümmern. Eine Tour über den Barfußweg mit verschiedenen Bodenbelägen hilft dabei, sich wieder zu erden, wieder ganz körperlich Kontakt zur Umwelt zu bekommen. Der Aroma- und Duftgarten ist voll mit sensorischen Eindrücken und vielen Erinnerungen. Der Lavendel im Garten unserer Großmutter… das Maggikraut (eigentlich Liebstöckel), was an gemeinsame Familienessen erinnert… Es gibt auch ein Membranbauwerk – den Sorpe-Diamant – mit Klang- und Lichtinstallationen auf dieser Strecke. Kinder lieben den Wassererlebnisplatz mit dem großen Spielschiff. Viele Spielplätze, mehrere Fitnessgeräte, Bänke und der tolle Seeblick laden zum Verweilen ein. Der barrierefreie Airlebnisweg ist beleuchtet, das ganze Jahr über kostenlos und auch für Menschen mit Gehhilfen oder im Rollstuhl und Kinderwagen geeignet.

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Airlebniskirche in Amecke
Die katholische St. Hubertus-Kirche in Amecke wurde zu einem multimedialen Erlebnisort umgestaltet. Zentral im Dorf gelegen, direkt an der Amecker Str. 19, lädt sie Christen wie auch andere ruhebedürftige Menschen zur spirituellen Reflexion ein. Mit den modernen Elementen wie Musik, Lichttechnik und Bildprojektionen bietet sie ein intensives Erlebnis und steht für eine Kombination aus Tradition und Moderne. Ein schöner Ort für einen Moment des Innehaltens!

(Foto: Wista)
Feste und Feiern im Jahresverlauf 2026
Neben kleineren Veranstaltungen gibt es in der Kernstadt drei große, die für alle Sunderner und ihre Gäste Highlights sind. Los geht es mit dem Frühlingsfest am 19. April in der Innenstadt. Hier spielt Livemusik, es gibt zahlreiche Kinderaktionen, dazu Sport und Kulinarik.
Beim Hollandmarkt am 28. Juni werden niederländische Produkte, Street Food und vielfältige Unterhaltung geboten.
Das Westenergie Stadtfest am 5. und 6. September punktet mit Livemusik, Kultur, Flohmarkt und vielen weiteren Highlights für die gesamte Familie..
Auch die anderen Dörfer überzeugen seit Jahren mit außergewöhnlichen Veranstaltungen, die weit über Sunderns Grenzen hinaus bekannt sind. Beim Festival „Kultur Rockt“ in Dörnholthausen treten regelmäßig namhafte Stars aus der deutschen Musik- und Kunstszene auf, das Mofarennen in Enkhausen begeistert die PS-Enthusiasten und bei der Radsportveranstaltung Mega-Sports in Hagen treten 1.600 Radfahrer bei unterschiedlichen Wettkämpfen an.
Die Sommerveranstaltung „Matinée im Grünen“ richtet sich an Musikinteressierte, die an mehreren Sonntagen aufeinander in privaten Gärten klassischen Konzerten lauschen können. Im September und Oktober beteiligt sich Sundern am Sauerländer Herbst. Hier erwarten die Gäste außergewöhnliche Brasskonzerte (Blechblas-Ensembles), Workshops und vieles mehr.
Nach einem Jahr voller aufregender Veranstaltungen wird es zum Jahresende etwas besinnlicher. Am zweiten Adventswochenende trifft man sich auf dem idyllischen Weihnachtsmarkt im Schatten der Allendorfer Kirche oder bei den Adventskonzerten am Ehrenmal in Langscheid mit dem größten und höchsten Adventskranz der Region.
Einen Überblick über die Veranstaltungen in Sundern finden Sie auf www.wista-sundern.de

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Schloss Melschede
Der Förderverein organisiert regelmäßig zwischen Oktober und April klassische Kammerkonzerte in diesem historischen Ambiente. Das Publikum schätzt besonders die intime Atmosphäre mit der hohen Virtuosität junger Talente wie auch etablierter Künstler. Informationen über die Veranstaltungen finden Sie auf www.schloss-melschede.de/konzerte

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Schloss Amecke
Das historische Herrenhaus in Amecke liegt idyllisch zwischen Vorbecken und Golfplatz. Aus einer Hofstelle, die 1338 erstmals erwähnt wurde, entwickelte sich innerhalb von 30 Jahren eine kleine Wasserburg, die aus einem oberen und einem unteren Haus besteht. Heute bietet es zwar keine öffentlichen Führungen an, dient aber als Eventlocation für Hochzeiten, Feiern und Veranstaltungen.

(Foto: Wista)
Skigebiet und Erlebnisberg Wildewiese
Natürlich hat es einen Grund, dass in Sundern so viele Menschen skifahren können. Von klein auf geht es im Winter ins kleine, familienfreundliche Skigebiet Wildewiese. Es ist ideal für Anfänger und Fortgeschrittene. Neben den Abfahrtspisten gibt es auch Loipen für Langläufer. Das Gebiet wird nicht künstlich beschneit, so dass es auf entsprechende Wetterverhältnisse angewiesen ist. Neben dem Schomberglift auf 650 Metern gibt es noch den Sorpelift und einen Rodelhang mit Zauberteppich für die Kleinsten. Die Pisten sind sechs bis sieben Kilometer lang, es gibt eine blaue – das ist die längste Abfahrt und eine rote Piste. Wenn es dunkel wird, lässt sich die Strecke für Skifahrer, Snowboarder und Rodler beleuchten.