Erfolge im gemischten Doppel

Erfolge im gemischten Doppel

Bürgermeisterin Dr. Jacqueline Bila im Interview

2026 12 Aufrufe Sauerland
Erfolge im gemischten Doppel

Als wir mit Bürgermeisterin Dr. Jacqueline Bila sprechen, kommt sie gerade aus einem Termin, bei dem es die Rezertifizierung von Sundern als „Fairtrade-Stadt“ geht. Gerade in einer Region, für die der Tourismus eine große Rolle spielt, sind solche Statements wichtig. Aufgewachsen in Langscheid am Sorpesee, tat es die studierte Juristin vielen anderen Sauerländern gleich: für die Karriere ging sie weg, arbeitete über 20 Jahre in der Bundestagsverwaltung, war nebenbei ehrenamtliche Richterin am Verwaltungsgericht und kehrte dann 2005 mit ihrer Familie in die Heimat zurück. Ihr politisches Engagement mündete letzten Herbst in der Wahl zur ersten weiblichen Bürgermeisterin der Stadt. 

 

Top Sauerland: Wie waren denn Ihre ersten drei Monate? Gab es Anpassungsschwierigkeiten, weil nun eine Frau an der Spitze ist?

 

Jaqueline Bila: Zum Glück habe ich das bisher als sehr konstruktiv erlebt. Ich wusste ja schon, was mich erwartet, weil ich zuvor immer wieder mal den Bürgermeister bei Sitzungen im Hochsauerlandkreis vertreten habe, auch da war ich die einzige Frau. Bei Bürgerterminen oder auf dem Markt bekomme ich dazu immer wieder Zuspruch von anderen Frauen, die eine weibliche Spitze für einen guten Impuls halten. An sich sind aber doch Haltung, Kompetenz und Verlässlichkeit entscheidend. Bei den Kollegen erlebe ich viel Offenheit, Respekt und eine große Bereitschaft, gemeinsam anzupacken. Ich fühle mich unterstützt. Im gemischten Doppel lassen sich die besten Erfolge erzielen. 

 

Top Sauerland: Als Sie sich neulich im Zusammenhang mit dem Sunderland-Hotel direkt über Social Media an die Bevölkerung wandten, kam das sehr gut an. Werden wir so etwas noch öfter erleben?

 

Jaqueline Bila: In der Tat habe ich erst im Wahlkampf so richtig festgestellt, dass auch Social Media ein wichtiges Format ist, um Botschaften an die Bürgerinnen und Bürger abzugeben. Insbesondere, wenn man kurzfristig reagieren will. Einen Tag nach meiner Vereidigung hingen plötzlich ganz viele Tempo 30 Schilder in der Stadt. Natürlich dachte jeder, es sei meine erste Amtshandlung, den Verkehr auszubremsen. Geradeso als wäre ich über Nacht mit dem Schraubenschlüssel durch die Stadt gelaufen. Dabei ging dieses Tempolimit auf eine Entscheidung des Rates der Stadt Sundern zurück, die über ein Jahr vorher gefallen war. In so einem Falle hilft es, die Bürgerinnen und Bürger schnell und unmittelbar erreichen zu können.

 

Top Sauerland: Stichwort Bürokratie-Abbau. Woran merken wir es zuerst?

 

Jaqueline Bila: Wir haben Abläufe überprüft, Zuständigkeiten klarer geregelt und Entscheidungen beschleunigt. Zum 1.1. haben wir eine neue Vergabeordnung mit anderen Wertgrenzen und Vereinfachungen in Kraft gesetzt. Das kommt auch Unternehmen und Handwerkern vor Ort zugute. Außerdem haben wir eine verbindliche Rückmeldung innerhalb einer gewissen Zeit vereinbart, sodass Bürgerinnen und Bürger sicher zeitnah eine Antwort kriegen. Zentraler Anlauf für Beschwerden und Anregungen ist direkt in meinem Vorzimmer eingerichtet worden. Das ist aber erst der Anfang. Mein Anspruch ist: verständlich, zügig und lösungsorientiert.

 

Top Sauerland: Welche Projekte im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung liegen Ihnen besonders am Herzen?

 

Jaqueline Bila: Da ist zuerst einmal das Haus der Jugend. Seit 1997 ist unser Jugendzentrum nun schon geschlossen und Kinder und Jugendliche haben seitdem keinen echten eigenen Ort mehr. Genauso wichtig ist mir aber auch die Stärkung des Bildungshügels, der Neubau der Realschule und die Sanierung der Dreifachsporthalle. Dann ist mir der Neubau der Feuerwache für die Freiwillige Feuerwehr hier in Sundern wichtig, ebenso wie die generelle Stärkung der Sicherheitskräfte. Das betrifft auch die Feuerwehrgerätehäuser in den Orten. Überhaupt will ich mich für die Dorfentwicklung einsetzen, dortige Projekte weiterentwickeln, zum Beispiel den Kindergarten in Westenfeld. Aus diesem Grunde werde ich ab nächstem Jahr Dorfkonferenzen in allen Ortsteilen einführen, um mit den Ortschaften, Vereinen und Interessierten gemeinsam wichtige Themen und Projekte zu entwickeln. 

Bildergalerie

Erfolge im gemischten Doppel

Foto: Foto: Stadt Sundern

Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Erfahrung auf unserer Website zu bieten. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.