Gold ist knapp, begehrt und aktuell so teuer wie selten zuvor. Doch bedeutet ein hoher Goldpreis automatisch, dass ein Einstieg zu spät kommt? „Nicht unbedingt“, sagt Jörg Schulte. Seit 1999 beschäftigt er sich mit Börse und Aktienhandel, seit 2004 mit Rohstoffen, Bergbauunternehmen und Minenaktien. Für ihn steht fest: Gold ist nicht gleich Gold.
Wer möglichst direkt an der Entwicklung des Edelmetalls teilhaben möchte, kann physisches Gold in Form von Barren oder Münzen erwerben. Im Vordergrund steht dabei weniger eine laufende Rendite als die Funktion als langfristiger Wertspeicher. Börsenbasierte Produkte bilden dagegen die Goldpreisentwicklung ab, ohne dass das Edelmetall selbst gelagert werden muss. Dabei unterscheiden sie sich unter anderem hinsichtlich Kosten, Besicherung und Auslieferungsanspruch.
Eine Frage des Geschäfts
Eine weitere Möglichkeit bieten Aktien von Goldproduzenten. Steigt der Goldpreis, können dadurch höhere Einnahmen und Gewinne entstehen. Gleichzeitig müssen Minengesellschaften zahlreiche Herausforderungen bewältigen – von Energie- und Personalkosten über Genehmigungen und Infrastruktur bis hin zu Investitionen und langfristiger Planung.
„Eine Goldmine ist ein Unternehmen und kein Goldbarren mit Börsenkurs“, erklärt Schulte. Deshalb betrachtet JS Research neben dem Goldpreis unter anderem Produktionskosten, Reserven, Verschuldung, Investitionsbedarf und die Qualität des Managements.
Am Anfang stehen sogenannte Explorer und Projektentwickler. Sie suchen nach neuen Lagerstätten oder entwickeln bekannte Vorkommen weiter. Erfolgreiche Entdeckungen können Potenzial eröffnen, gleichzeitig ist das Risiko höher: Zwischen einer Lagerstätte und einer produzierenden Mine liegen häufig Jahre voller Prüfungen, Genehmigungen und Investitionen. „Eine Ressource ist noch keine Reserve und eine Entdeckung noch keine Mine“, bringt Schulte den Unterschied auf den Punkt.
Beteiligung ohne eigene Mine
Weniger bekannt sind Royalty- und Streaming-Gesellschaften. Sie finanzieren Bergbauprojekte und erhalten im Gegenzug beispielsweise Anteile an späteren Einnahmen oder das Recht, Rohstoffe zu festgelegten Konditionen zu beziehen. Sie betreiben damit keine eigene Mine, bleiben aber von deren Entwicklung abhängig.
Ein Beispiel, das Jörg Schulte aktuell beobachtet, ist OR Royalties. Auch GoGold, Silver Tiger und Axo Metals sind für ihn interessant: GoGold produziert bereits Gold und Silber und expandiert weiter. Silver Tiger hat im Rahmen einer Finanzierungsrunde mehr als 28,7 Mio. CAD für die Entwicklung seines Projekts in Mexiko eingeworben. Axo Metals arbeitet an der Reaktivierung einer mexikanischen Goldmine und verfügt dort zudem über ein Kupferprojekt.
Die richtige Perspektive
Für Anleger stellt sich damit nicht allein die Frage, ob Gold gerade teuer oder günstig ist. Entscheidend ist auch, welche Form des Investments zum eigenen Zeithorizont und zur persönlichen Risikobereitschaft passt. Während physisches Gold vor allem als Wertspeicher dient, hängt der Erfolg von Produzenten und Royalty-Unternehmen zusätzlich vom jeweiligen Geschäftsmodell ab. Bei Entwicklern und Explorern stehen dagegen zukünftige Projekte und deren erfolgreiche Umsetzung im Mittelpunkt.
Mit seiner Arbeit bei JS Research richtet sich Jörg Schulte an Privatanleger, Investoren und Unternehmen, die sich fundiert mit Rohstoffen, Bergbau und den damit verbundenen Investmentmöglichkeiten auseinandersetzen möchten. Seine Expertise hilft dabei, komplexe Zusammenhänge rund um Gold, Minenunternehmen und Rohstoffprojekte besser einzuordnen. „Wer rund um Gold investiert, sollte nicht nur auf das Metall, sondern auf die Qualität des jeweiligen Geschäftsmodells achten“, fasst Schulte zusammen.