„Sie besitzen mehr Gold, als Sie denken.“
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„Sie besitzen mehr Gold, als Sie denken.“

Goldschmuck ist mehr als sein Gewicht: Alte Schmuckstücke erzählen Geschichten und können überraschend wertvoll sein. FGO Edelmetalle erklärt, worauf es bei der Bewertung wirklich ankommt.

2026 20 Aufrufe Sauerland
„Sie besitzen mehr Gold, als Sie denken.“

TOP SAUERLAND: Frau Strauß, beim Thema Gold denken viele zunächst an Barren und Münzen. Sie beschäftigen sich aber vor allem mit Schmuck. Was ist an Goldschmuck anders?

 

Julia Strauß: Gold ist zunächst einmal ein wertvoller Rohstoff. Bei Schmuck kommt aber etwas Entscheidendes hinzu: Das Stück selbst kann einen Wert besitzen, der über den reinen Materialwert hinausgeht. Verarbeitung, Design, Alter, Marke, Seltenheit oder besondere Edelsteine können eine große Rolle spielen. Deshalb sollte man Schmuck nicht vorschnell nur nach Gewicht und Goldgehalt beurteilen. Oft ist das so, aber häufig steckt der eigentliche Wert nicht im Material.

 

TOP SAUERLAND: Das heißt, bei Schmuck ist der Goldpreis nicht der einzige Faktor?

 

Julia Strauß: Richtig. Als Liebhaberin von Schmuck und Historischem bemühe ich mich im besonderen Maße und mit persönlichem Interesse die Stücke vor dem Ofen zu retten.  Häufig wird alter Schmuck achtlos eingeschmolzen, wo doch jedes Teil seine eigene Geschichte erzählt. Gravuren mit Namen und Daten, Tragespuren, neu eingefasste Steine, Lötstellen von Reparaturen oder Veränderungen von Größen – oft sind meine Kunden überrascht, wie viele Geheimnisse ein kleines Schmuckstück zu erzählen hat.

 

TOP SAUERLAND: Und wenn Schmuck nicht geschmolzen wird, was passiert stattdessen damit?

 

Julia Strauß: Eine befreundete Goldschmiedin bereitet viele unserer angekauften Stücke liebevoll auf, so dass wir sie wieder neu in den Handel bringen können und seine Geschichte weitergeschrieben wird. So ist nicht nur der ideelle Wert gerettet, sondern auch ein höherer Preis zu erzielen. Umgekehrt sollte man aber auch nicht davon ausgehen, dass jedes alte Schmuckstück automatisch besonders wertvoll ist. Alter allein macht noch keinen hohen Wert aus. Erst durch die individuelle Betrachtung jedes einzelnen Stücks können wir das jeweils beste für uns und unsere Kunden rausholen.

 

TOP SAUERLAND: Eignet sich Schmuck denn auch zur Wertanlage?

 

Julia Strauß: Gold generell als wertstabiles Metall ist hervorragend zur Sicherung eines Teils des Vermögens geeignet, da sich der Goldpreis langfristig meist parallel zur Inflation bewegt. Es gibt die alte Redensart, dass sich für eine Unze Gold – das sind 31,1 Gramm Feingold – schon immer ein maßgeschneiderter Anzug kaufen ließ. Dieser Satz spiegelt die Wertstabilität von Gold wider, aber eben auch, dass zumeist keine großen Sprünge zu erwarten sind.
Schmuck ist im Vergleich zu Barren und Münzen jedoch aus zwei Gründen die schlechtere Wahl: Erstens unterliegt er dem Zeitgeschmack und der Wert ist nicht pauschal festgelegt. Die Machart, Steinbesatz und eventuelle Marke werden häufig nicht berücksichtigt und sind von Laien nicht feststellbar. Im Gegensatz dazu ist der Wert eines Krügerrands von jedem leicht herauszufinden und stabil. Zweitens ist die Differenz von Kauf- und Verkaufspreis enorm. Wenn Sie neuen Schmuck kaufen, bezahlen Sie häufig den fünf- oder sechsfachen Materialwert, da eine Lange Kette von Arbeitsschritten, Transporten, Steuern und Zwischenhändlern mitbezahlt werden muss. Außerdem ist Anlagegold von der MwSt. befreit – Schmuck nicht.

 

TOP SAUERLAND: Was würden Sie mir als Ihrem Kunden also konkret raten?

 

Julia Strauß: Wahrscheinlich besitzen Sie bereits mehr Gold, als Sie denken, und zwar in Ihrer Schublade. Fast die Hälfte des Goldes in Privatbesitz ist Schmuck. Dabei sind gerade alte Stücke oft nicht gestempelt oder sind so stark angelaufen und abgetragen, dass man Punzen nicht mehr erkennen kann und es häufig gar nicht als wertvoll identifiziert wird. Doch genau hier verbergen sich häufig die größten Überraschungen. Klein, dunkel angelaufen und unscheinbar versteckte sich im Silber einer unserer Kunden ein echter Schatz: Ein viktorianischer Ring aus den 1850er Jahren mit dünner goldener Ringschiene und einem Ringkopf aus Silber. Die vielen krumm geschliffenen, schmutzigen Steine waren große Rosenschliff-Diamanten, was wir mit dem Tester schnell herausfinden konnten. Der Wert eines solchen Fundes als seltenes, antikes Schmuckstück liegt weit im vierstelligen Bereich, während der Kunde maximal mit einem kleinen zweistelligen Betrag gerechnet hatte. Darum rate ich immer zu einer fachkundigen Bewertung bei einem spezialisierten Schmuckexperten vor Ort.

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Die Experten von FGO Edelmetalle

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Schaufenster Apothekerstraße 2

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Schmuckexpertin und Inhaberin Julia Strauß

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