Ich bin mit meinem Job sehr privilegiert - Interview mit Michaela Padberg

Ich bin mit meinem Job sehr privilegiert - Interview mit Michaela Padberg

Seit ihrer Kindheit wollte die Arnsbergerin Michaela Padberg Sportjournalistin werden. Doch mittlerweile steht sie seit mehr als 25 Jahren bei der „Lokalzeit Südwestfalen“ im WDR-Landesstudio Siegen vor der Kamera.

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Ich bin mit meinem Job sehr privilegiert - Interview mit Michaela Padberg

TOP MAGAZIN: Michaela, schon seit deiner Kindheit wolltest du Sportjournalistin werden. Wie ist dieser Wunsch entstanden?

Michaela Padberg: Das kam dadurch, dass ich mich immer schon für Sport begeistert habe als Jugendliche. Sport hat generell einen sehr hohen Stellenwert in meinem Leben, weil ich früher zum Beispiel Tennis und Handball gespielt habe und auch heute immer noch gerne Fahrrad fahre und regelmäßig ins Fitnessstudio gehe.  Zusätzlich kann ich ganz gut schreiben und Geschichten erzählen – und daher war für mich eigentlich klar, dass ich Sportjournalistin werde. Nach meinem Abitur habe ich dann Sport studiert, mit dem Schwerpunkt Sportjournalismus, und habe mehrere Praktika absolviert – unter anderem bei RTL und der „Sportschau“. 

 

TOP MAGAZIN: Mittlerweile bist du vom Sport ins lokale Tagesgeschehen gewechselt. Wie genau ist es dazu gekommen?

Michaela Padberg:  Nach meinem Studium habe ich ein Volontariat bei Radio Sauerland absolviert. Mein damaliger Chef meinte, dass es auch noch wichtigere Dinge im Leben gibt als Sport. Da habe ich mich dann so richtig austoben können und konnte so auch in andere Themen eintauchen. Ich bin froh, dass es so gekommen ist, weil ich zwar immer noch gerne Sportthemen mache, aber die Welt einfach interessanter ist, wenn man sich nicht nur auf den Sport fokussiert. 

Irgendwann war mir dann allerdings klar, dass ich wieder zurück zum Fernsehen will, und bin zum WDR gewechselt. Hier waren die Themen auch noch mal größer und journalistischer. Ich habe hier unheimlich viel gelernt und lerne auch heute immer noch dazu. Seitdem ich moderiere, bin ich ja eher dafür da, die Inhalte, die wir in der Redaktion aufbereiten, so zu transportieren, dass die Zuschauer sie gut verstehen können. 

 

TOP MAGAZIN: Was waren denn die spannendsten und interessantesten Menschen, die du bislang während deiner Karriere kennenlernen konntest?

Michaela Padberg: Dazu gehört auf jeden Fall der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck. Er war damals bei einer Veranstaltung in Arnsberg zu Besuch, die ich moderiert hatte, und ich konnte anschließend ein paar Worte privat mit ihm wechseln. Oder der Schauspieler Jochen Bludau, den ich als Kind in der Rolle des Old Shatterhand vergöttert habe. Er war einmal unser Studiogast und wir haben uns prächtig verstanden. Aber in meinen 23 Jahren bei der Lokalzeit gab es auf jeden Fall viele Menschen, die mich wirklich beeindruckt haben. 

 

TOP MAGAZIN: Durch deine Zeit bei Radio Sauerland und bei der Lokalzeit Südwestfalen hast du mit Sicherheit viele außergewöhnliche Geschichten im Sauerland und Siegerland miterlebt. Was waren deine einprägendsten Momente?

Michaela Padberg: Sicherlich der Fall Luise in Freudenberg. Bei so einer Tat, wenn Kinder einem anderen Kind etwas unvorstellbar Schlimmes antun, dann lässt das niemanden in unserer Redaktion kalt. Da die professionelle Distanz zu wahren ist, gerade als Mutter, nicht einfach. Aber es ist wichtig, angemessen zu reagieren. Sachlich korrekt, mit Empathie, aber eben auch mit Abstand. Bei den schönen Momenten kann ich gar keinen einzelnen herausnehmen. Es gibt so viel Engagement in Siegen-Wittgenstein, das ist einfach nur schön zu sehen. In Helberhausen zum Beispiel. Da bin ich fast sprachlos, was die Menschen dort ehrenamtlich auf die Beine gestellt haben. Zu Recht gab es dafür die Goldmedaille und ich drücke die Daumen für den Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

 

TOP MAGAZIN: In deinem Privatleben liegt dir das Ehrenamt sehr am Herzen. 

Michaela Padberg: Beim Rotary Club Arnsberg bin ich in vielfältiger Form aktiv, habe mich zum Beispiel lange um den Jugenddienst, also den Jugendaustausch gekümmert. Habe zudem Schirmherrschaften übernommen und jahrelang Theaterarbeit mit Kindern gemacht. 

 

Nach dem Abitur am St. Ursula-Gymnasium in Neheim studierte Michaela Padberg Sport und Germanistik in Köln. Die ersten journalistischen Stationen absolvierte sie neben dem Studium im Sportbereich bei der Westfalenpost und beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt am Main. Nach dem Studium folgte ein Volontariat beim Lokalsender Radio Sauerland und der Wechsel vom Sport ins lokale Tagesgeschehen.  

Nach knapp drei Jahren als Redakteurin wechselte Michaela Padberg zum WDR, wo sie mittlerweile seit 26 Jahren als Moderatorin bei der Lokalzeit Südwestfalen tätig ist. Seit über 20 Jahren ist die Moderatorin glücklich verheiratet und hat zwei Kinder. Sie ist immer noch wohnhaft in Arnsberg-Herdringen und fährt für ihre Moderation von Herdringen nach Siegen ins Studio.

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