Tradition und Stadt- leben am Rothaarsteig

Tradition und Stadt- leben am Rothaarsteig

2026 26 Aufrufe Siegen-Wittgenstein
Tradition und Stadt- leben am Rothaarsteig

Ob ausgedehnte Radtouren durch die Wälder, ein langer Spaziergang um die Obernau-Talsperre oder ein Besuch der Wasserburg in Hainchen – Netphen überzeugt seine Besucher mit einem breiten Freizeitangebot am Rande des Rothaarsteigs.  Wenn Netphener über ihre Stadt sprechen, fällt auch schon mal der Name „Keilerstadt“. Aber wo kommt dieser eigentlich her? Das männliche Wildschwein ist das Wappentier der Stadt. Besonders bekannt ist der „Keiler auf dem Rad“ vor dem Rathaus mitten in Netphen. Die Bronzeskulptur wurde 2017 enthüllt und ziert seitdem das Stadtbild und steht für Netphens Identität.
Die Stadt Netphen mit ihren 21 Ortschaften liegt rund zehn Kilometer von Siegen entfernt und vereint Historie, Natur und modernes Stadtleben. 
Die Stadt selbst entstand aus den früher eigenständigen Bereichen Nieder- und Obernetphen und bildet das Zentrum für viele Einrichtungen des täglichen Lebens. Die Geschichte Netphens reicht bis ins Mittelalter zurück. 1239 wurde die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich die Region durch Landwirtschaft, Handwerk und später auch durch die Metallverarbeitung. Heute erinnern denkmalgeschützte Gebäude und traditionelle Veranstaltungen an Netphens Vergangenheit. Die Verbindung aus Natur, Freizeitangebote für Alt und Jung und eine gute Infrastruktur zeichnen Netphen als attraktiven Wohnort aus. Besonders charakteristisch für Netphen ist die Landschaft. Nicht nur das Rothaargebirge ist hier angesiedelt, auch die Flüsse Sieg, Eder und Lahn entspringen in der Umgebung. Eine weitere Besonderheit: Jede Ortschaft Netphens besitzt ihre eigenen Traditionen und trägt somit zur Vielfalt im Netpherland bei. Mit jahrelangen Vereinsstrukturen und einer engen Dorfgemeinschaft überzeugen die kleinen Orte im Grünen bei ihren Anwohnern. Ein weiteres Highlight in der Geschichte Netphens: Der erste Omnibus der Welt fuhr im März 1895 von Siegen über Weidenau und Netphen in die damals noch eigenständige Gemeinde Deuz, die heute zu Netphen gehört. 
Aber nun genug zur Vergangenheit und ein kleiner Einblick in die Zukunft der Keilerstadt: Geplant ist ein umfangreiches Bauvorhaben in der Innenstadt. 2025 wurden rund 2,5 Millionen Euro Städtebaufördermittel von Bund und Land bewilligt. Der sogenannte Hufeisenplatz soll autofrei und grüner werden. Sitzmöglichkeiten, Außengastronomie und ein zentraler Brunnen sollen zukünftig zum Verweilen in Netphen einladen. Ein neuer Stadtgarten zwischen Stadtmitte und Sieg soll ebenfalls gestaltet werden. 
Eine weitere Verschönerungsmaßnahme für die Gemeinden im Stadtgebiet hat bereits begonnen. Die ungepflegten und teilweise verschmutzten Strom- und Verteilerkästen bekommen einen neuen Anstrich. Die heimischen Künstlerinnen Heidrun Frincks aus Eschenbach und Zveta Grebe aus Kreuztal verschönern die Kästen mit Motiven aus der Region. Martin Zielke, der sich seit vielen Jahren vor allem im Siegener Raum um ähnliche Vorhaben kümmert, unterstützt sie dabei. Die Motive: die Nenkersdorfer Mühle, das Wasserschloss Hainchen, die Kreuzkapelle in Netphen, die evangelische Kirche in Dreis-Tiefenbach und die Obernautalsperre in Brauersdorf.  

 

Zahlen & Fakten zu Netphen
Einwohnerzahl: 22.972 
(Stand Dezember 2025)
Fläche: 137,39 km²
Bevölkerungsdichte: 167 Einwohner je km²
Stadtgliederung: 21 Ortschaften: Dreis-Tiefenbach, Eckmannshausen, Unlinghausen, Herzhausen, Oelgershausen, Frohnhausen, Brauersdorf, Beienbach, Irmgarteichen, Walpersdorf, Grissenbach, Deuz, Salchendorf, Werthenbach, Helgersdorf, Eschenbach, Afholderbach, Sohlbach, Nieder- und Obernetphen, Nenkersdorf, Hainchen.
Gründung: 1239 wurde Netphen das erste Mal urkundlich erwähnt.
Höhenlage: 284 m ü. NHN
Partnerstädte: Sagan (Polen), Quiévy (Frankreich), Hohenelbe (Tschechien)
Besonderheit: Keiler als Maskottchen der Stadt, die Sieg entspringt im Netpherland

 

 

 

 

 


(Foto: Lina Görg/Stadt Netphen)

 

Obernautalsperre 
Die größte Trinkwassertalsperre des Siegerlandes liegt in Netphen-Brauersdorf. Für den Bau der Talsperre wurden die Ortschaften Obernau und Nauholz und Teile von Brauersdorf vollständig aufgegeben oder umgesiedelt. Heute ist die Obernau ein beliebtes Ausflugsziel. Der asphaltierte, ca. zehn Kilometer lange, barrierefreie Rundweg lädt zum Radfahren, einem langen Spaziergang, Inlineskaten, Joggen und allgemein zum Verweilen ein. Wichtig: Der Uferbereich darf nicht betreten werden und das Schwimmen in der Trinkwassertalsperre ist auch nicht erlaubt. Für Angler ist das Gewässer wiederum sehr interessant. Mit einem gültigen Erlaubnisschein können an der Obernau unter anderem Bach- und Seeforellen, Karpfen und Brachsen gefangen werden. 

 

 

 


(Foto: Lina Görg/Stadt Netphen)

 

Forsthaus Hohenroth 
Das Waldinformationszentrum Forsthaus Hohenroth liegt mitten im Rothaargebirge auf etwa 640 Metern Höhe. Das historische Forsthaus wurde 1854 als königliche Revierförsterei erbaut und 1910 durch einen Neubau ersetzt. Besucher erfahren hier viel über Wald, Forstwirtschaft und Naturschutz. Wechselnde Veranstaltungen, Seminare und Führungen locken die Besucher hinauf zum Forsthaus. Rotwild und Damwild können im Wildgehege des Forsthauses beobachtet werden. Das Forsthaus ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Wanderer und Naturliebhaber. 
Eröffnungszeiten: In der Regel Freitag bis Sonntag, sowie an Feiertagen von 14 bis 18 Uhr

 

 

 

 


(Foto: Lina Görg/Stadt Netphen)

 

Wasserburg Hainchen 
Die Wasserburg im Netphener Ortsteil Hainchen gilt als einzige erhaltene Höhenwasserburg Südwestfalens. Sie wurde 1290 erstmals urkundlich erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte gehörte sie unter anderem den Herren von Bicken und später dem Haus Nassau. Besonders interessant für die Besucher: der Wassergraben, die Brücke und die historischen Gebäudeteile. 
Heute ist das Denkmal ein Ort der Begegnung. Für Brautpaare bietet die Wasserburg und ihre wunderschöne Kulisse eine tolle Location in der Natur, um sich das Ja-Wort zu geben. Auf dem Gelände rund um die Burg gibt es die Gastronomie Remise und einen tollen Kinderspielplatz. Eine Besichtigung der Höhenwasserburg ist nach Absprache mit dem Siegerländer Burgenverein möglich. 

 

 

 


(Foto: Stadt Netphen)

 

Siegquelle 
Die Quelle der Sieg liegt im Rothaargebirge und entspringt etwa 3,5 Kilometer nordöstlich von Walpersdorf. Die Quelle liegt auf etwa 603 Metern Höhe und befindet sich in einem waldreichen Gebiet an der Eisenstraße. Das Gebiet gehört zum Naturpark Sauerland-Rothaargebirge. Die Quelle wurde 2013 renaturiert und ist über naturbelassene Stege zugänglich. Ein Wanderparkplatz befindet sich in der Nähe. Die Siegquelle ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer und Radfahrer. 

 

 

 


(Foto: Achim Meurer Kreis Siegen-Wittgenstein)

 

Wassermühle Nenkersdorf 
Die bis heute funktionstüchtige und vollständig erhaltene Wassermühle in Nenkersdorf blickt auf eine Geschichte von fast 800 Jahren zurück. Auch heute kann dort noch Getreide mit Wasserkraft zu Mehl verarbeitet werden.  Die über drei Mahlwerke verfügende Mühle, die allesamt ebenso wie ein vorhandener Getreideaufzug per Wasserkraft betreibbar sind, ist mit einem oberschlächtigen Wasserrad ausgestattet. Die Mahlwerke bestehen aus zwei Walzenstühlen und einem Schrotgang. Angetrieben wird die Wassermühle vom kleinen Sindernbach und einem Teil des Siegwassers. Bereits in der fünften Generation betreibt die Familie Weber die Wassermühle. 

 

 

 


(Foto: Manuel Albers)

 

Kohlenmeier Walpersdorf 
Die Köhlerei zur Herstellung von Holzkohle hat eine lange Tradition im Siegerland. In Walpersdorf befindet sich einer der letzten Meilerplätze der Region. Von dem Wanderparkplatz Köhlerplatz führt der etwa 5 Kilometer lange Köhlerpfad am Meilerplatz und weiteren historischen Stationen vorbei. Die großen und kleinen Besucher erfahren anhand der anschaulichen Tafeln mehr über das traditionelle Handwerk aus dem Siegerland. In Walpersdorf wird seit über 200 Jahren aus Haubergsholz Holzkohle gewonnen. Früher benötigte man die Holzkohle für die Eisenerzerzeugung. Heutzutage kommt die Holzkohle beim Grillen zum Einsatz. Der Meilerplatz ist jederzeit frei zugänglich. Für mehr Informationen kann man eine Besichtigung mit einem echten Köhler vereinbaren. 

 

 

 


(Foto: Lina Görg/Stadt Netphen)

 

Bewegungspark 
Direkt hinter der Trampolinarena des Freizeitparks befindet sich der generationsübergreifende Bewegungspark. Hier gibt es viel zu entdecken: Calistenics-Geräte, eine Parcours-Anlage, eine Skateanlage, ein Basketballfeld, sowie ein Badminton- und Soccerfeld. Die unterschiedlichen Sitz- und Aufenthaltsbereiche laden zum Verweilen ein. Der Park ist öffentlich und kostenlos zugänglich. 

 

 

 

 

Kunstschule Netphen 
Im Alten Feuerwehrhaus am St.-Peters-Platz wird Kreativität großgeschrieben: Die Kunstschule Netphen bietet Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Raum, verschiedene Techniken und Ausdrucksformen auszuprobieren. Von Malerei und Zeichnung bis zu Workshops und Töpferkursen reicht das Angebot. Unter der Leitung der Künstlerin Heidrun Fincks ist so ein lebendiger Treffpunkt für Kunst und Austausch entstanden.

 

 

 

 

Bahnhof Deuz
Der heutige Alte Bahnhof in Deuz ist keine reguläre Bahnstation mehr. 1895 fuhr der erste Motor-Omnibus der Welt zwischen Siegen, Netphen und Deuz. Ein Nachbau des ersten motorisierten Omnibusses der Welt (der Firma Benz aus Mannheim) erinnert in einem Glaspavillon an die Geschichte des Bahnhofes. Heute ist der Bahnhof mit seinem historischen Bahnhofsgebäude nach einer kompletten Renovierung ein Ort der Begegnung in Deuz. Der große Saal kann für Feiern und Veranstaltungen gemietet werden.  

 

 

 

 

Der erste Omnibus der Welt
Netphen schrieb Verkehrsgeschichte: Am 18. März 1895 nahm zwischen Siegen, Netphen und Deuz die weltweit erste motorisierte Omnibuslinie ihren Betrieb auf. Der eingesetzte Benz-Omnibus bot Platz für bis zu zehn Personen und erreichte rund 20 km/h. Ein originalgetreuer Nachbau steht heute am alten Bahnhof in Deuz und erinnert an diese historische Pionierleistung.

 

 


(Foto: © Jana Rommelmann, Stadt Netphen)

Herzhäuser Panoramaweg 
Der Name ist Programm: Rund um Herzhausen eröffnet der Panoramaweg immer wieder schöne Blicke über die Landschaft. Auf rund neun Kilometern wechseln sich Mischwälder, Bachläufe, Blumenwiesen sowie Vieh- und Pferdeweiden ab. Ein besonderes Ziel unterwegs ist das Damwildgehege. Dazu kommen zahlreiche Möglichkeiten für eine Rast. So verbindet die Runde abwechslungsreiche Natur mit entspanntem Wandergenuss – und das zu jeder Jahreszeit.

 

 


(Foto: © Stadt Netphen | CC-BY-SA)

 

Netphener Keltenweg 
Auf dem Keltenweg wird Wandern zur Zeitreise: Die rund 15 Kilometer lange Runde verbindet Natur mit den Spuren vergangener Zeiten. Unterwegs informieren Schautafeln über das Leben der Kelten und die Geschichte der Region. Höhepunkt ist die „Alte Burg“ mit ihrer historischen Wallanlage und den Aussichtsmöglichkeiten. Dazu kommen idyllische Bachläufe, Waldpassagen und immer wieder schöne Blicke ins Netpherland. Ein Weg für alle, die Bewegung und Geschichte verbinden möchten.

 

Bildergalerie

Tradition und Stadt- leben am Rothaarsteig
Tradition und Stadt- leben am Rothaarsteig

Foto: Achim Meurer

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