TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Simone, wann und unter welchen Umständen hast du mit deinen Social-Media-Kanälen begonnen?
Simone Terzyk: Angefangen hat alles während der Corona-Zeit 2020. In meinem eigentlichen Job konnte ich damals nicht mehr richtig arbeiten, ich war viel zu Hause und hatte plötzlich Zeit. Erst habe ich aus Spaß TikTok-Videos gemacht, ganz ohne Fitness- Bezug. Als dann die Fitnessstudios geschlossen wurden, habe ich angefangen, zu Hause mit YouTube-Workouts zu trainieren. Die waren aber oft sehr anspruchsvoll und nicht auf meinen Alltag abgestimmt. Da kam die Idee: Ich mache einfache Übungen, die man auch als Mama gut in den Alltag integrieren kann.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Mit Sport hast du erst nach der Geburt deiner Tochter Emma Leni begonnen, nach der auch deine Kanäle in den sozialen Netzwerken benannt sind. Was hat diesen Wandel ausgelöst?
Simone Terzyk: Die erste Zeit nach der Geburt war für uns sehr schwer. Meine Tochter kam als Frühchen zur Welt. Das hat mich mental sehr belastet. Als sie etwa ein Jahr alt war und klar war, dass sie gesund ist, habe ich gemerkt, dass ich mich selbst verloren habe. Ich war nur noch Mama und nicht mehr ich selbst. Sport war dann für mich ein Weg, wieder zu mir zurückzufinden – körperlich und mental.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Wie haben sich deine Kanäle seitdem entwickelt? Gab es einen Moment, der besonders entscheidend war?
Simone Terzyk: TikTok war der Anfang. Dort sind relativ schnell mehrere Videos viral gegangen, einige mit über 17 oder sogar 30 Millionen Aufrufen. Dadurch ist meine Reichweite stark gewachsen. Instagram kam später dazu und hat sich im letzten Jahr besonders entwickelt – da bin ich innerhalb kurzer Zeit von 100.000 auf mittlerweile über eine Million Follower gewachsen. Einen klaren Plan hatte ich dabei nie, vieles ist einfach intuitiv entstanden.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Dein Content unterscheidet sich von klassischen Fitness-Videos. Was ist dir dabei besonders wichtig?
Simone Terzyk: Mir geht es nicht darum, jemandem zu zeigen, wie er möglichst schnell abnimmt. Ich möchte Menschen in Bewegung bringen – vor allem diejenigen, die sich im Alltag oft selbst hinten anstellen. Meine Übungen sind bewusst einfach gehalten, alltagstauglich und ohne großen Aufwand umsetzbar. Viele meiner Follower sind Frauen über 40, die keine komplizierten Trainingspläne brauchen, sondern kleine Impulse, die wirklich funktionieren.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Du bekommst täglich sehr viele Nachrichten von deinen Followern. Was bedeutet dir dieses Feedback?
Simone Terzyk: Sehr viel. Viele schreiben mir, dass sie durch meine Videos wieder schmerzfreier sind, sich besser bewegen können oder überhaupt erst wieder angefangen haben, etwas für sich zu tun. Das sind die Dinge, die mich wirklich motivieren. Es geht mir nicht um Zahlen oder Abnehmen, sondern darum, dass Menschen sich besser fühlen.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Welche Rolle spielt dein Wohnort Siegen für dich – auch im Vergleich zu einer Großstadt wie Köln?
Simone Terzyk: In einer Großstadt wäre vieles einfacher, gerade was Kooperationen angeht. Viele Kontakte und Agenturen sitzen dort. Aber für mein Leben ist Siegen perfekt. Meine Tochter kann hier frei aufwachsen, wir haben Natur direkt vor der Tür und ein sehr gutes Umfeld. Das würde ich nicht eintauschen.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Viele deiner Followerinnen sind Mütter, die sich selbst oft hinten anstellen. Was würdest du ihnen mitgeben?
Simone Terzyk: Dass sie sich selbst nicht vergessen dürfen. Es müssen keine großen Schritte sein – manchmal reichen schon ein paar Minuten Bewegung am Tag. Wichtig ist, überhaupt anzufangen und sich selbst wieder einen Platz im eigenen Leben zu geben.
TOP SIEGEN-WITTGENSTEIN: Zum Abschluss: Welche Ziele hast du für die nächste Zeit?
Simone Terzyk: Privat bin ich sehr zufrieden, da möchte ich nichts verändern. Beruflich wünsche ich mir eine langfristige Kooperation mit einem Partner, der wirklich zu mir passt. Aktuell bin ich noch auf der Suche nach dem richtigen Weg, möchte aber weiterhin Menschen erreichen und motivieren.
Instagram: Emmaleni_fit_2016