Seit dem 3. Dezember 2023 steht Marco Schwunk als Bürgermeister an der Spitze der Gemeinde Neunkirchen. Der 47-Jährige bringt nicht nur langjährige Erfahrung in der Kommunalpolitik mit, sondern auch eine tiefe Verbundenheit mit der Region und ihren Menschen. Bevor er das Amt des Bürgermeisters übernahm, prägte er als Kämmerer und Beigeordneter die Entwicklung der Gemeinde maßgeblich mit. Seit 2009 ist er mit seiner Frau Miriam verheiratet, gemeinsam habe sie drei Söhne. In seiner Freizeit findet er Ausgleich beim Wandern, Sport und gelegentlichen Motorradtouren. Außerdem engagiert er sich ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen. Im folgenden Interview gibt Marco Schwunk Einblicke in seine Motivation, seine Ziele für die Gemeinde Neunkirchen und die Herausforderungen, die vor ihm liegen.
Top Siegen-Wittgenstein: Seit 2023 sind Sie Bürgermeister der Gemeinde Neunkirchen. Wie ist es so als Bürgermeister? Was hat sich für Sie im Gegensatz zu Ihrem bisherigen beruflichen Werdegang verändert?
Marco Schwunk: Tatsächlich hat sich für mich einiges verändert, allerdings nicht in dem Maße, wie es vielleicht bei Bürgermeistern der Fall ist, die als Quereinsteiger aus einer anderen Branche kommen. Die Erfahrungen aus meiner langjährigen Tätigkeit als Kämmerer und Beigeordneter hier in der Gemeinde Neunkirchen geben mir eine solide Grundlage, auf der ich aufbauen kann. Dennoch ist die Rolle als Bürgermeister natürlich eine andere: Der offensichtlichste Unterschied liegt in der verstärkten repräsentativen Verantwortung. Als Bürgermeister steht man noch stärker im Fokus der Öffentlichkeit – sei es bei offiziellen Terminen, in der Kommunikation mit Bürgerinnen und Bürgern oder in der Vertretung der Gemeinde nach außen. Das bedeutet auch, dass man noch bewusster als bisher eine Brücke zwischen Verwaltung, Politik und den Menschen vor Ort schlagen muss. Gleichzeitig bleibt vieles vertraut. Die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, die Herausforderungen der Gemeinde und die Menschen, die hier leben und arbeiten, kenne ich aus meiner bisherigen Tätigkeit gut. Das erleichtert den Einstieg, denn ich muss mich nicht erst in neue Strukturen einarbeiten. Stattdessen kann ich mich darauf konzentrieren, die Gemeinde weiter voranzubringen – jetzt allerdings mit der Möglichkeit, Dinge noch direkter zu gestalten.
Top Siegen-Wittgenstein: Welche Investition wird die Gemeinde in den nächsten Jahren am stärksten prägen?
Marco Schwunk: Was uns sicherlich geprägt hat und auch in den nächsten Jahren noch prägen wird, ist die Entwicklung in unserer Ortsmitte. Dieser Prozess begann bereits 2013, als mit dem Bau des Fachmarktzentrums „Quartier N“ in direkter Nachbarschaft des REWE-Marktes das Versorgungsquartier entstand. Angrenzend wurde 2016 durch die Errichtung des MediVital-Zentrums das Gesundheitsquartier im Bitzegarten etabliert. 2019 haben wir schließlich ein integriertes Stadtentwicklungskonzept geschrieben. Dieses beinhaltete mehrere Maßnahmen. Die sichtbarste Veränderung fand mit der Umgestaltung des Rathausplatzes statt. Hier sind fünf Wohn- und Geschäftsgebäude entstanden, in deren Mitte wir einen zentralen Platz gebaut haben, der zum Verweilen einlädt. Als nächstes soll das alte Grundschulgebäude abgerissen werden, an dessen Stelle eine Grünfläche entstehen wird. Auch in den sechs Ortsteilen haben wir noch viel Potential, welches auch infolge unserer regelmäßigen Ortsteilgespräche mit Bürgerinnen und Bürgern nach und nach gehoben werden soll. So steht in Wiederstein der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses an, in Altenseelbach wird das ehemalige Freibad renaturiert, in Struthütten entsteht mit bürgerschaftlichem Engagement ein toller Bolzplatz und das Areal um die ehemalige Grundschule soll mittelfristig aufgewertet werden. In Zeppenfeld wird das Feuerwehrgerätehaus modernisiert, worauf in den kommenden Jahren gemäß Brandschutzbedarfsplan auch die Gerätehäuser in den anderen Ortschaften folgen sollen. In Salchendorf ist der Wodanstolln ein tolles Beispiel für das Engagement unserer aktiven Heimatvereine, die allesamt gut aufgestellt und auf Vorstandsebene vielfach stark verjüngt sind.
Top Siegen-Wittgenstein: Wenn Sie einem Besucher nur einen Tag Zeit geben könnten, Neunkirchen kennenzulernen – welche drei Orte oder Erlebnisse dürften auf keinen Fall fehlen?
Marco Schwunk: Das auf drei Orte zu beschränken, ist schwierig. Die neue Ortsmitte mit der hohen Aufenthaltsqualität und den tollen Einkaufsmöglichkeiten und gastronomischen Angeboten ist natürlich interessant. Wir haben am Rassberg mit dem Aktivpark eine tolle Freizeitanlage mit einem Multifunktionssportfeld, Spiel- und Fitnessgeräten, Boule-Bahn und neuerdings sogar einer Bikeanlage gebaut. Dann haben wir natürlich ein tolles Quartier bei uns am Ludwigseck mit vielen Sportmöglichkeiten und dem Familienbad.
Top Siegen-Wittgenstein: Was macht Neunkirchen heute besonders lebenswert, und was wird dabei von Außenstehenden oft unterschätzt?
Marco Schwunk: Wir haben eine wirklich gute Infrastruktur – angefangen mit den Kindergärten und Schulen. Für eine Kommune dieser Größenordnung sind wir mit einer Sekundarschule und einem Gymnasium gut aufgestellt. Wir haben eine sehr gute medizinische Versorgung. Außerdem haben wir ein umfangreiches Freizeitangebot und eine riesige, aktive Vereinslandschaft. Darüber hinaus sind wir die Gemeinde mit dem höchsten Wald-
anteil im Kreis Siegen-Wittgenstein.