Der Warsteiner hinter Lars Pöhlmann:  Wie Dominic Boeer seinen Weg vor und hinter der Kamera gefunden hat

Der Warsteiner hinter Lars Pöhlmann: Wie Dominic Boeer seinen Weg vor und hinter der Kamera gefunden hat

Schauspieler Dominic Boeer ist seit vielen Jahren erfolgreich und einem breiten Publikum als Lars Pöhlmann aus der „SOKO Wismar“ bekannt. Von seinen Anfängen bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ über die Suche nach spannenden Rollen bis hin zu Familie, Natur und seiner Verbundenheit mit dem Sauerland gibt er persönliche Einblicke in sein Leben abseits des Drehalltags.

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Der Warsteiner hinter Lars Pöhlmann:  Wie Dominic Boeer seinen Weg vor und hinter der Kamera gefunden hat

TOP SAUERLAND: Dominic, du wurdest in Warstein geboren und hast deine Kindheit in Lippstadt verbracht. Welche Erinnerungen verbindest du heute noch mit dieser Region?

 

Dominic Boeer: Ich erinnere mich an wunderschöne Tage mit meinem Cousin Alexander und meinem Opa, der in Velmede gelebt hat. Wir waren als Kinder den ganzen Tag draußen, haben auf jeder Wiese Fußball gespielt und abends mit meinem Opa Süßigkeiten gegessen und „Dalli Dalli“ geschaut. Obwohl ich noch sehr klein war, ist mir diese Zeit unvergessen geblieben. Es war eine Kindheit, in der man die Welt noch draußen erlebt hat – ohne Laptop, iPhone oder Notebook. Genau das verbinde ich bis heute mit meinen Kindheitstagen im Sauerland.

 

TOP SAUERLAND: Deine Karriere führte dich unter anderem zu „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, heute bist du bei „SOKO Wismar“ zu sehen. Wenn du diese beiden Stationen vergleichst: Was hat sich für dich als Schauspieler verändert?

 

Dominic Boeer: Die Zeit bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ war für mich noch eine Phase der Entscheidung. Ich hatte damals noch einen Fuß im Studium und stand kurz vor dem Abschluss meines Politikstudiums. Mein Engagement bei GZSZ war zunächst nur für etwa zwei Monate als Lehrer geplant. Dann entwickelten die Autoren für meine Figur und Yvonne Catterfelds Rolle eine Liebesgeschichte, die fast ein Jahr lang erzählt wurde, sogar mit Dreharbeiten in London. GZSZ war für mich neu, aufregend und spannend – und hat mir geholfen, die Entscheidung zu treffen: Ja, ich möchte diesen Beruf professionell machen. Nach diesem Jahr wollte ich allerdings meinen eigenen Weg finden, bevor ich in dieser Rolle feststecke.
Bei der „SOKO Wismar“ war ich dann bereits länger als Schauspieler unterwegs und habe das Ganze professioneller betrachtet. Zwischen den beiden Stationen liegt einfach sehr viel Zeit. Als ich bei GZSZ angefangen habe, hatte ich noch nicht einmal an Kinder gedacht – heute drehe ich bei der „SOKO Wismar“ und mein Sohn steht kurz vor dem Abitur.

 

TOP SAUERLAND: Was macht für dich heute eine interessante Rolle aus – und gibt es etwas, das du in einer Figur unbedingt wiederfinden möchtest?

 

Dominic Boeer: Ich versuche, jedes Jahr noch eine andere Rolle oder einen anderen Film neben der „SOKO Wismar“ zu spielen. Dabei wähle ich bewusst aus. Ich habe bisher oft den ganz Guten, den ganz Bösen oder sehr spezielle Figuren gespielt und hätte Lust, mal mehr den Familienvater zu verkörpern. Am liebsten sind mir Figuren, die etwas von beidem haben: ein bisschen Gut und ein bisschen Böse. Das macht eine Rolle für mich spannend, weil sie dadurch echt wird und nicht zur Comicfigur.

 

TOP SAUERLAND: Schauspieler, Politikwissenschaftler und zeitweise Dozent für politische und mediale Kommunikation – dein beruflicher Weg ist ausgesprochen vielseitig. Was reizt dich daran, zwischen diesen unterschiedlichen Welten zu wechseln?

 

Dominic Boeer: Ich hatte immer das Glück, dass ich die Dinge, die mich interessieren, auch machen konnte. Irgendwann muss man sich aber entscheiden, weil man nicht alles zu 100 Prozent machen kann. Mein Beruf ist heute klar das Schauspiel. Die politische Kommunikation trage ich eher im Handgepäck bei mir. Die Leidenschaft dafür ist aber geblieben. Ich bin nach wie vor fasziniert von Wahlkämpfen und politischer und medialer Kommunikation. Auch die Arbeit mit Studierenden, Politikern und Unternehmen hat mir viel Spaß gemacht. Deshalb halte ich mir das bewusst offen. Momentan drehen wir allerdings so viele „SOKO“-Folgen, dass dafür wenig Zeit bleibt.

 

TOP SAUERLAND: Beim Schauspiel schlüpfst du ständig in andere Rollen. Beim Sport und in der Natur geht es vermutlich eher darum, wieder ganz bei dir selbst anzukommen. Wie wichtig ist dir dieser Kontrast?

 

Dominic Boeer: Mein Beruf ist wahnsinnig kommunikativ, und ich bin jeden Tag von einem großen Team umgeben. Gleichzeitig lebe ich mit meinem Sohn mitten in Berlin. Unser Alltag ist also ziemlich turbulent und laut. Deshalb tragen mein Sohn und ich schon seit einer Weile diese Sehnsucht nach etwas zwischen Ranch und Alpen, nach Natur und Wald, in uns. Wir reisen deshalb viel in Gegenden, die schön, ruhig und natürlich sind. Ob am Mississippi oder in den Schweizer Alpen – diese gemeinsame Zeit und das Erkunden der Welt sind für uns wunderschön.

 

TOP SAUERLAND: Du bist selbst Vater. Welche Bedeutung hat die gemeinsame Zeit mit deinem Sohn für dich – gerade in einem Beruf, der dich immer wieder an unterschiedliche Drehorte führt?

 

Dominic Boeer: Die Zeit mit meinem Sohn ist mir das Wichtigste. Das Schöne an der „SOKO Wismar“ ist, dass wir zu etwa 80 Prozent in Berlin drehen und ich deshalb viel bei ihm sein kann. Gleichzeitig merke ich, wie schnell die Zeit vergeht. Mein Sohn wird 16 und steht plötzlich genauso groß wie ich vor mir – da frage ich mich schon: Wo ist die Zeit geblieben? Wir lieben es, zusammen auf der Couch zu liegen, alte Urlaubsvideos anzuschauen und über früher nachzudenken. Ich weiß, dass die nächsten Schritte in seinem Leben immer mehr ohne mich stattfinden werden. Für ihn wird das wahrscheinlich weniger schwer sein als für mich.

 

TOP SAUERLAND: Du hast viele Jahre mit deinem Sohn als eingespieltes Zweierteam gelebt. Wie hat sich euer Familienleben verändert, als aus dieser Konstellation eine Patchworkfamilie wurde?

 

Dominic Boeer: Die Familie hat sich für uns im Grunde noch einmal verdoppelt, und das ist etwas wirklich Schönes. Gleichzeitig müssen wir beide Arbeit hineinstecken, um uns trotz der Distanz regelmäßig zu sehen. Nach fast zwei Jahren können wir aber sagen: Es funktioniert, und es ist wirklich schön. Momentan können wir leider noch nicht alle unter einem Dach wohnen, weil sich das mit den Schulen der Kinder und unseren Berufen noch nicht organisieren lässt. Aber ich mag es sehr, wie es gerade ist – auch weil ich mir immer noch mehr Kinder gewünscht hätte.

 

TOP SAUERLAND: Du bist heute in Berlin zu Hause, gleichzeitig sehr naturverbunden und hast deine Wurzeln im Sauerland. Welche Verbindung hast du heute noch zu deiner Heimatregion?

 

Dominic Boeer: Ich werde eigentlich fast täglich an das Sauerland erinnert, wenn ich mit meinen Eltern telefoniere. Wenn mein Vater sein typisches „Woll“ hinter jeden Satz hängt, weiß ich sofort, wo ich herkomme. Außerdem leben meine Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen noch in der Region. Man wird uns Boeers dort also nicht so schnell los. Ich bin natürlich so oft es geht im Sauerland, auch wenn es momentan leider nur zwei- oder dreimal im Jahr klappt. In Lippstadt bin ich noch sehr oft, aber ins Herz des Sauerlands schaffe ich es gerade nicht so regelmäßig. Ich hoffe aber, dass sich das wieder ändert. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja irgendwann eine „SOKO Sauerland“ – dann würde ich mich sofort als Hauptkommissar anbieten.

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Der Warsteiner hinter Lars Pöhlmann:  Wie Dominic Boeer seinen Weg vor und hinter der Kamera gefunden hat

Foto: © ZDF/Marc Meyerbröker

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